Das Universitätsarchiv Leipzig hat im Jahre 2011 aus der Fakultät für Mathematik und Informatik eine größere Sammlung mathematischer Modelle zur Bewahrung und wissenschaftlichen Erschließung aufgenommen. In einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Mathematischen Institut sollen die Objekte der wissenschaftlichen Nutzung besser zugänglich gemacht werden.
Die erste Projektphase ist nun abgeschlossen: alle 280 Modelle sind geordnet, in einer Datenbank neu verzeichnet und beschrieben, sowie photographisch dokumentiert. In einer zweiten Projektphase werden die einzelnen Objekte nun in ihrem mathematisch-didaktischen Kontext eingeordnet.
Die Sammlung geht zurück auf Felix Klein, der 1880 als Professor für Geometrie an die Universität Leipzig berufen wurde. Bereits in seiner Antrittsrede setzte sich der Professor Klein dafür ein, eine Sammlung mathematischer Modelle zu erwerben „um die Kluft, welche schon jetzt den theoretischen Mathematiker von den Anwendungen trennt“ zu verringern und den Unterricht an der Universität zu verbessern.
Bei den Modellen handelt es sich vorwiegend um Gipsmodelle, aber auch Drahtmodelle, kinematische Modelle, Zeichenapparate und Rechenmaschinen finden sich in der Sammlung. Die ältesten Objekte sind vom Verlag Delagrave in Paris herausgegeben worden. Die größere Zahl stammt jedoch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert von der Verlagshandlung Brill in Darmstadt. Der Verkauf der Modelle wurde 1899 vom Verlag Martin Schilling in Halle an der Saale, später in Leipzig, übernommen.

