22. Mai 2012: Böhmentag im Universitätsarchiv Leipzig
Am 22. Mai veranstaltet das Universitätsarchiv Leipzig den ersten Böhmentag zur Erinnerung an die Gründung der Universität Leipzig im Jahr 1409. Thema des abwechslungsreichen Programms an diesem Tag sind die böhmische Sprache und die Kulturgeschichte des Nachbarlandes, deren Karls-Universität in Prag die gleichen historischen Wurzeln mit der Universität Leipzig teilt.
Der tschechische Botschafter in Berlin und die Generalkonsulin aus Dresden sowie der Vize-Rektor der Karls-Universität Prag und die Rektorin der Universität Leipzig eröffnen gemeinsam die Veranstaltung.
Veranstaltungsprogramm zum Böhmentag
In den Räumen des Universitätsarchivs in der Prager Straße 6 finden zwei Vorträge statt. Zunächst spricht Dr. Thomas Krzenck über „Ketzer oder Märtyrer? Johannes Hus in den Fängen der Inquisition.“
In einem zweiten Vortrag referieren Prof. Danuta Rytel-Schwarz und Prof. Wolfgang F. Schwarz vom Institut für Slavistik der Universität Leipzig über die beiden Sprachen: „Tschechisch und Deutsch – Nähe und Ferne“.
„Wir sind stolz, so viele namhafte Gäste zum Böhmentag in unserem Archiv begrüßen zu dürfen und hoffen, dass die Gründungsgeschichte der Universität Leipzig mit ihren Wurzeln in Prag bei vielen Besuchern auf reges Interesse stößt“, sagte der Direktor des Universitätsarchivs Dr. Jens Blecher im Hinblick auf die Veranstaltung.
Ab 19 Uhr Freibier und Live-Musik
Ab 19 Uhr sind Studenten und Hochschulangehörige zu einem Begegnungsabend im Innenhof der Prager Straße 4-8 herzlich eingeladen. Bei Freibier von Budweiser wird die Musikschule Leipzig für die musikalische Untermalung sorgen.
Eine Ausstellung mit den einzigartigen mittelalterlichen Gründungsdokumenten der Universität Leipzig ist für Besucher kostenlos geöffnet.
Geschichte der Universitätsgründung in Leipzig
Im Mai 1409 zogen mehrere hundert Studenten und Professoren aus Prag nach Leipzig. Sie protestierten damit gegen die Eingriffe des politisch bedrängten Königs Wenzel in die Prager Universitätsangelegenheiten. Der König hatte zuvor verfügt, dass die böhmische Nation in allen Universitätsgremien die Stimmenmehrheit bekam.
Die Magister und Scholaren aus Prag gründeten noch im selben Jahr in Leipzig eine eigene Universität, die dem böhmischen Vorbild zum Verwechseln ähnlich war. Die Statuten der Hochschulen sind fast identische Kopien, die akademischen Riten wurden unverändert beibehalten und die Siegel der beiden Rektoren unterscheiden sich nur im Namenszug.
