2009

Exkursion nach Weimar, 2009

Workshop des Archivverbunds in Weimar in der Restaurierungswerkstatt der Anna-Amalia-Bibliothek

Im Juni waren die mitteldeutschen Hochschularchivare zu Gast in der Buchrestaurierungswerkstatt der Klassik Stiftung Weimer. Ihr Leiter, Herr Günther Müller, führte durch die Werkstatt und stellte sein Restaurierungskonzept vor.

In der Werkstatt selbst erinnerten Arbeitstische und Tauchwannen aus Edelstahl auf den ersten Blick an eine Großküche. Die Geräte sind eigens entwickelt und von kleinen Thüringer Firmen als Prototypen gebaut worden. Durch standardisierte Abläufe und gleichzeitiges Tauchbad von mehreren Blättern, in Gitterkästen zwischen Polyestervliesen geschichtet, lassen sich so im Jahr 100 000 Blatt restaurieren.

Die angekohlten Aschebücher verschiedener Schadensstufen lagen ausgebreitet, jedes in einer Archivschachtel gesichert. Der Brandgeruch war noch immer zu bemerken. Umso beeindruckender waren die vorgestellten Beispiele von bereits abgeschlossenen Restaurierungen. Massive Beeinträchtigungen der Lesbarkeit durch Schmutz- und Schlammablagerungen waren aufgehoben, selbst winzige Marginalien oder verschiedenfarbige Tinten waren ausgezeichnet zu erkennen.

Die Archivare nahmen wertvolle Hinweise zum Schutz von Archivgut und zur Vorbeugung von Schäden mit nach Hause.

Workshop “Erkennen von Schadensbildern und Möglichkeiten der Restaurierung”

Kunst in Archiven

Tagung des Mitteldeutschen Archivverbundes am 24. November 2009 in der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Begrüßung und Einleitung in das Thema Kunst in Archiven

Dr. Ralf-Torsten Speler Leiter der Zentralen Kustodie und des Universitätsarchivs

Das Tanzarchiv Leipzig, ein Wissensspeicher von/in Bewegung

Dr. Janine Schulze stellte das Tanzarchiv Leipzig und seine wertvollen Sammlungen vor. Nachlässe bedeutender Choreographen, Plakate, Film- und Fotoaufnahmen zählen zu den Beständen und werden über die Grenzen Deutschlands hinweg nachgefragt und für Arbeiten zum Thema Tanz genutzt.

Die Bedeutung des Zeichenunterrichts für die technische Ausbildung im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Wandtafelsammlung im Universitätsarchiv Chemnitz

Stephan Luther, Universitätsarchiv, Technische Universität Chemnitz, zeigte eindrucksvolle Beispiele von zeichnerischen Unterrichtsstudien anhand von Pflanzen oder geometrischen Formen und stellte den Rang des Zeichenunterrichts innerhalb der Stundenpläne an der Gewerbschule im 19. Jahrhundert dar. Im Zuge der industriellen Revolution besaßen die Zeichnungen eine herausragende Rolle für technische Entwicklungen, bevor sich die Fotografie durchsetzte.

Tagung “Kunst in Archiven”