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Besuch aus Pomerellen


Im Universitätsarchiv Leipzig hatte sich Besuch aus dem Historisch-Ethnografischen Museum und Archiv im südpommerschen Chojnice (Konitz)/ Polen angemeldet. Als freundliches Gastgeschenk gab es u.a. eine deutsch-polnische Buchausgabe des “Konitzer Landes auf alten Ansichtskarten” mit wunderschönen historischen Postkarten ab 1896 aus der Sammlung von Tadeusz Swiecicki. Die Beziehung zur Leipziger Universität und Konitz ist eng. Zahlreiche Studenten aus Konitz (Westpreussen) haben an der Universität Leipzig studiert und promoviert, zumeist Medizin und Jura.

Berühmte Söhne der Stadt Konitz


Berühmte Söhne der Stadt Konitz studierten und lehrten in Leipzig. Martin Fuhrmann (um 1450–1503), deutscher Philologe, Theologe, Hochschullehrer und Stipendienstifter, amtierte 1480/1482 als Rektor der Universität. 
Fuhrmann immatrikulierte sich 1468 an der Universität Leipzig und studierte dort Sprachen, die Schönen Künste sowie Theologie und Philosophie. In Leipzig hatte er im Sommersemester 1469 das Bakkalaurat und im Wintersemester 1474 den Grad eines Magistersder philosophischen Wissenschaften erworben. Daran waren in jener Zeit die Verpflichtung gebunden, an der Hochschule Vorlesungen zu halten. Dies hatte er offensichtlich so gut absolviert, dass man ihn 1480 in den Senat der philosophischen Fakultät aufnahm. Nach Beendigung des Studiums bekleidete er an der Universität Leipzig verschiedene akademische Ämter. 1480 und 1489 war er Rektor der Alma Mater sowie 1483 Dekan der Artistenfakultät. Nachdem er 1482 das Baccalaurat als senetatius der Theologie erworben hatte, wurde er 1494 auch Lizentiat der Fachrichtung. Vor 1499 hatte er den akademischen Grad eines Doktors der Theologie erworben. Er war auch Kanonikus von Zeitz und Merseburg. In seinem Testament stiftete er das sogenannte Stipendium Fuhrmannianum, das an Studierende aus seiner Heimatstadt Konitz vergeben wurde.

Magisters der Weltweisheit


Auch Gregor Breitkopf (um 1472–1529), deutscher Humanist und Hochschullehrer, hatte das Rektoramt an der zweitältesten deutschen Universität inne. Älteste urkundliche Quellen im Universitätsarchiv Leipzig belegen u.a. ein Notariatsinstrument (1497) durch Gregor Breitkopf aus dem Frauenkolleg. Breitkopf besuchte seit 1490 die Universität Leipzig und erwarb dort 1494 den akademischen Grad eines Baccalaureus. Nachdem ihm 1498 der Titel eines ‚Magisters der Weltweisheit‘ zugesprochen worden war, hielt er Vorlesungen. 1503 wurde er in dieArtistenfakultät aufgenommen. Während seiner 25-jährigen Tätigkeit in Leipzig war er fünfmal Vizerektor, zweimal Dekan und einmal (Winter 1508/1509) Rektor der Universität. 1500-1514 gehörte er dem Marienkolleg an, später dem kleinen Fürstenkolleg. Ab Sommer 1508 las er zwei Semester über Astronomie („Spheram et theorias planetarum“). Er war Hörer bei Martin Fuhrmann. Bei der Disputation zwischen Martin Luther und Johannes Eck im Jahr 1519 wurde er zum Disputator gewählt. Nachdem er 1523 Lizentiat geworden war und den akademischen Grad eines Doktors der Theologie erworben hatte, wechselte er später zur Theologischen Fakultät über. Breitkopf galt als bedeutender scholastischer Logiker. Er veröffentlichte philosophische Schriften und gab Werke klassischer lateinischer Autoren wie Horaz, Tibull und Seneca heraus.

Von Interesse für Geschichtsfans ist die Schlacht bei Konitz am 18. September 1454 zwischen dem Königreich Polen und dem Deutschordensstaat. Die Schlacht war ein Höhepunkt des Dreizehnjährigen Krieges. Es siegten die Truppen des Deutschen Ordens.

Infos: Muzeum Historyczno-Etnograficznego w Chojnicach / Archiwum 
Stadt Chojnice

Universitätsarchiv Leipzig 2015.