Die Belter-Dialoge

Impulse zu Zivilcourage und Widerstand

Eine gemeinsame Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung, Bildungswerk Sachsen und der Universität
Leipzig.

Herbert Belter,  ein Student der Volkswirtschaft in Leipzig, beschaffte im Frühjahr 1950 politisches Informationsmaterial aus Westberlin. Darüber diskutierte er mit seinen Freunden Siegfried Jenkner und Werner Gumpel und übergab ihnen Broschüren zur weiteren Verbreitung im Freundeskreis. Um auf die undemokratische Verfahrensweise bei den ersten Wahlen in der DDR hinzuweisen, plante Herbert Belter, in der Leipziger Innenstadt Flugblätter zu kleben. Dabei rührte er an einen sensiblen Punkt der SED-Mächtigen. Denn diese Volkskammerwahl im Oktober 1950 war die erste sogenannte Blockwahl, der Wähler konnte nur einem vorgeschriebenen Block von Abgeordneten und Parteien seine Zustimmung geben, Gegenstimmen zählten nicht.

Bei einer nächtlichen Flugblattaktion wurde Herbert Belter gefasst, in den nächsten Tagen und Wochen wurden dann acht weitere Studenten verhaftet. Binnen zwei Monaten hatte das sowjetische Militärtribunal genügend konstruierte Beweise gesammelt, um über Herbert Belter die Todesstrafe und für die anderen neun Freunde insgesamt 210 Jahre Zwangsarbeit zu verhängen.

Wenn sich auch keiner der Verurteilten im Januar 1951 vorstellen konnte, 10 oder 25 Jahre in einem russischen Lager zu überleben, so traf es einen von ihnen noch schlimmer: Für Herbert Belter gab es keine Gnade, er wurde am 28. April 1951 in Moskau hingerichtet.

Sein Name steht symbolisch für Widerstand und Zivilcourage in der ehemaligen DDR. Die Belter-Dialoge sollen Mahnung sein, sich für die Demokratie zu engagieren, damit sich in unserem Land Diktaturen nicht wiederholen.

 Herbert Belter (” Ich habe mich illegal betätigt”, pdf)