Allein, ich wartete vergeblich… Die Christlich-deutsche Studentenverbindung Nordalbingia „Fest und Treu“

Kurioses aus der Universitätsgerichtsbarkeit „Luftpumpenstreit“ mit der Christlich-deutsche Studentenverbindung Nordalbingia

Allein, ich wartete vergeblich…


Luftpumpenstreit Pfingsten 1931.Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig | archivmagazin
Luftpumpenstreit Pfingsten 1931.

 Antwort an das Universitätsgericht im Jahr darauf

Antwort im "Luftpumpenstreit", vom 8. Dezember 1932Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig | archivmagazin
Antwort im „Luftpumpenstreit“, vom 8. Dezember 1932

„Fest und treu“ – die Schwarzburgverbindung Nordalbingia

Die Nordalbingia war eine nichtschlagende Studentenverbindung an der Universität Leipzig. Am 29. Juni 1870 wurde sie 1870 von evangelischen Theologen in Leipzig als „Christlich-deutsche Studentenverbindung Nordalbingia“ gegründet. Aus der Satzung: [pullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=““ class=““ size=““]“Die Nordalbingia ist eine christlich deutsche Studentenverbindung; An ihre Spitze stellt sie das Prinzip der christlichen Sittlichkeit. Mit dieser Bezeichnung und diesem Prinzip ist selbstverständlich ihr Zweck und ihre Aufgabe gegeben: Ein christlich deutsches Studententhum darzustellen nach seiner sittlichen, wissenschaftlichen und geselligen Seite. Nach seiner sittlichen Seite: Nur im Christenthum hält sie wahre Sittlichkeit für möglich und sieht deshalb im Christenthum die Grundlage, wie alles menschlichen Lebens überhaupt, so auch eines wahren Studenthums. In ihrem Wesen aber als christlich deutsche Studenvenverbindung liegt für sie die Schranke sowohl im christlichen, als des studentischen. Wie nämlich der Verbindung keine Pflege des christlichen zukommt, insoweit dieselbe über den Bereich einer Studentenverbindung hinausgeht (z. B. irgendwelcher dogmatischer oder confessioneller Art); so kennt sie andererseits zusammen keine Berechtigung des studentischen welches dem Ernste christlicher Gesinnung und Sitte widerstreitet, verwirft damit unter anderem selbstverständlich auch das Duell.“[/pullquote]

Nordalbingia in der Carlsstrasse. SBV Nordalbingia SBV Nordalbingia
Nordalbingia in der Carlsstrasse. SBV Nordalbingia

 

Gründer waren die Leipziger Theologiestudenten:

Georg Alt, stud. theol.,  aus Seubersdorf in Bayern, geboren am 13. Februar 1846.
Lothar Boehme, stud. philol., aus Johanngeorgenstadt, geb. am 10. Februar 1847.
Carl Egon Ebert, stud. theol., aus Auerbach, i/V, geboren am 11. August 1849.
Gottlieb Effert, st. math., aus Hersbruck (Bayern), geboren am 12. Februar 1849
Egbert Göhler, stud. theol., aus Dresden, geboren am 6. Juli 1850.
Hans Kern, stud. philol., aus Uffenheim in Bayern, geboren am 25. October 1850.
C. Knöchel, stud. theol., aus Schwerin in Mecklenburg, geb. am 19. August 1848.
Paul Lohmann, st. theol., aus Hohenkirchen, geb. d. 21. Oct. 1848.
Adolf Müller, st. theol., aus Plietnitz in Hinterpommern, geb. 10/7 1847.
Hermann August Oehme, st. theol., aus Raschau in Sachsen, geb. den 3. Aug. 1848
Johann Christian Reimpell, st. theol., aus Lübeck, geb. d. 29. Oct. 1848
Rudolf Schmidt, st. theol., aus Parchim (Mecklbg-Schw.), geb. d. 11. Juni 1851.

Ihre Farben waren blau-gold-schwarz mit goldener Perkussion. Gemeinsam mit Uttenruthia Erlangen, Tuiskonia Halle und Sedinia Greifswald gründeten sie anno  Pfingsten 1887 den Schwarzburgbund, ein Korporationsverband von nichtschlagenden, christlich orientierten Studentenverbindungen aus Deutschland. Die Leipziger Freien Studentenschaft wurde 1911 aufgelöst, die Nordalbingia beteiligte sich an der Gründung des „Allgemeinen Studenten-Ausschusses“.

 

 

Das Wappen der Nordalbingia im Schwarzburgbund
Das Wappen der Nordalbingia im Schwarzburgbund

Die drei Sterne stehen für die französischen Revolutionsideen „Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit“. Verbindungsfarbe ist Blau, das weiße Ross in Rot ist das Wappen der „Sächsischen Nation“, eine der vier Gründungsnationen der Universität Leipzig.

Wappen der Sächsischen Nation an der Universität Leipzig. Universitätsarchiv Leipzig.

Interessant ist das untere Feld mit dem Stadtwappen von Leipzig, der Löwen der Markgrafen zu Meißen und die sogenannten „Landsberger Pfähle“ des Markgrafen von Landsberg. Im Volksmund erzählt man sich die Sage, der Löwe habe einst in die andere Richtung geblickt und mit den Tatzen nach den Pfählen gegriffen, sei später aber „zur Strafe“ umgekehrt worden. Der 29. Juni 1870 ist das Gründungsdatum der Verbindung, der 11. Dezember des gleichen Jahres für den Tag, an dem zum ersten Mal die Verbindungsfarben in der Öffentlichkeit getragen wurden. 

Literatur: 10-jährige Geschichte der christlichen Studentenverbindung „Nordalbingia“ zu Leipzig, 1882, Rossberg‘sche Buchdruckerei

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