//Briefe an den Gerichtsdiener aus dem Karzer der Universität Leipzig

Briefe an den Gerichtsdiener aus dem Karzer der Universität Leipzig

Erinnerungen an der Karzer der Universität Leipzig im 19. Jahrhundert

Einige Briefe aus dem vorigen Jahrhundert von Studenten und Eltern an den mit der Verwaltung des Karzers betrauten Gerichtsdiener der Universität Leipzig gewähren uns interessante Einblicke in diese Seite des Studentenlebens. Manchmal scheint sich zwischen Studenten und Gerichtsdiener eine Art Freundschaftsverhältnis ausgebildet zu haben. Auch der gefürchtete Gerichtsdieners schlug seinen Vorteil aus dieser Abhängigkeit.  Eine Auswahl dieser Briefe sind im Leipziger Tageblatt vom 30. Juli 1909 erschienen.


„Dieweil ich jetzt sehr beschäftigt bin mit Arbeiten, ist es mir nicht möglich, persönlich zu Ihnen zu kommen, daher lasse ich Ihnen durch diese Zeilen wissen, dass ich gestern bei Herrn Hofrath Rühling war und mir die Erlaubnis ausgebeten habe, meine Strafe im künftigen Halbjahre absitzen zu können. … Ich selbst habe mir vorgenommen, vor Ostern wenigstens 8 Tage noch abzusitzen, damit nicht zu viel übrig bleibt.“ 

 

Karzer-Brief 8. März 1836
Karzer-Brief 8. März 1836

„Zwar habe ich auf Ihren letzten Brief geschrieben… Also warum mir nicht eine Gefälligkeit erzeigen, für die ich Ihnen ewig dankbar sein werde.“Karzer Brief


„Sie haben sich unterfangen, mir den auf dem Karzer zurückgelassenen Fußsack wegen einer Forderung, die Sie noch an mich haben, vorzuenthalten. … Dennoch erlaube ich mir die Frage, ob Sie, dem Dienste des hiesigen Wohllöblichen Universitätsgerichts geweiht, nicht wissen, dass eigenmächtige Selbsthilfe verboten und strafbar ist? … da ich gleich nach den Feiertagen den Rest meiner Strafzeit absitzen will…“

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