‘Franconia sei’s Panier!’ ‘Virtuti semper corona!’ Am 15.11.1865 Gründung der Franconia

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Die Wappen der Frankonia und Germania an der Karzerwand, um 1900.

Studenten die Korporationen angehörten hinterlassen wertvolle Quellen für die Erforschung der Universitätsgeschichte. Mit dem Beitritt zu einer Verbindung wird das Bild des Studenten vervollständigt und ist nunmehr nicht nur ein anonymer Fakt. „Studentengeschichte ist in erster Linie Geschichte der Korporationen.“ schreibt der Historiker Michael Gehler. Friedrich Paulsen schrieb um 1900: „Die freien Verbindungen sind für das deutsche Studentenleben ebenso charakteristisch, wie für das englische das Leben im college. Auf dem freien Willen und der eigenen Wahl beruhend, sind manche unter ihnen Verbände von einer Festigkeit und Innigkeit, dass ihnen kaum ein anderer Verein darin gleichkommt. Das gilt besonders von den alten, auf langer und starker Tradition ruhenden Farbenverbindungen. Sie geben dem Studenten etwas wie eine Heimat auf der Universität.“ Interessant ist die im Universitätsarchiv Leipzig befindliche Akte über die „Rangordnung der studentischen Verbindungen und Vereine bei academischen Feierlichkeiten“ aus dem Jahr 1869. Um 1830 versuchte die Universität eine Chargierordnung durchzusetzen, allerdings ohne Erfolg.  Zwischen den Verbindungen kam es zu ständigen Auseinandersetzungen hinsichtlich der “academischen Hierachie”, besonders die Frage des Vortritts bei akademischen Feierlichkeiten stand auf der Tagesordnung. In Leipzig verboten die Behörden zum Wintersemester 1851/52 die Burschenschaften als staatsgefährdend. Im Untergrund bestanden sie weiter. 1851 wurde die Universität vom Sächsischen Kultusministerium angewiesen, “von sämtlichen Leipziger Studentenverbindungen ihre Satzungen behufs Bestätigung einzufordern.”   Die Franconia gründete sich am 15. November 1865.

Verbindungshaus, Landsmannschaft Frankonia, Source: UAL DF 000398

Verbindungshaus, Landsmannschaft Frankonia, Universitätsarchiv Leipzig, Source: UAL DF 000398

Chronik der Universität Leipzig.

Literatur:

Universitätsarchiv Leipzig, Kap. IV, Nr. 33, Rangordnung der studentischen Verbindungen und Vereine bei academischen Feierlichkeiten, 1869.
Jens Blecher, Gerald Wiemers (Hg.), Universitäten und Jubiläen. Vom Nutzen historischer Archive, Leipzig 2004 (= Veröffentlichungen des Universitätsarchivs Leipzig, Bd. 4), S. 129–175.
Michael Gehler, Studenten und Politik. Der Kampf um die Vorherrschaft an der Universität Innsbruck 1918– 1938, Innsbruck 1990 (= Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte, Bd. 6)

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