3.01.1898 | Erstes Laboratorium der Welt für neue Wissenschaft, der Neubau des physikalisch-chemischen Institutes

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Das "Physikalisch-chemische Institut" in der Linnéstraße 2. Universitätsarchiv LeipzigDas “Physikalisch-chemische Institut” in der Linnéstraße 2. Universitätsarchiv Leipzig

 

 

Das "Chemische Laboratorium" der Universität in der Liebigstraße. Universitätsarchiv Leipzig
Das “Chemische Laboratorium” der Universität in der Liebigstraße. Universitätsarchiv Leipzig

 

Inspiriert durch die Entdeckungen von Justus von Liebig befasste sich an der Universität Leipzig schon seit 1861 Prof. Wilhelm Knop (1817 – 1891) mit agrikulturchemischen Untersuchungen. 1880 bekam er für dieses Fachgebiet einen Ruf als ordentlicher Professor. Er hatte sich nach dem Ableben des Chemieprofessors Otto Bernhard Kühn (1800 – 1863) in dessen Laborräumen auf der Pleißenburg, die damals zur Medizinischen Fakultät gehörten, ein „Agrikulturchemisches Laboratorium” eingerichtet. Bis 1878/79 war allerdings an der Ecke Stephan- und der heutigen Brüderstraße (früher Teichstraße) ein dritter Neubaukomplex entstanden, in dem das Landwirtschaftliche Institut und von 1879 – 1886 das dorthin aus der Pleißenburg verlegte Knopsche Laboratorium untergebracht wurden. Prof. Knop wurde 1886 emeritiert. Als 1887 Wilhelm Ostwald einem Ruf an die Universität Leipzig folgte, übernahm er ab 1887 die Räume des frei gewordenen Knopschen Laboratoriums in der Brüderstraße 34.  Hier vollzogen sich die entscheidenden Schritte bei der Herausbildung der Physikalischen Chemie zu einer eigenständigen Wissenschaft, der sich in Leipzig vollzog.

Die weltweit beachteten Erfolge der jungen Disziplin führten zum Neubau des „Physikalisch –  Chemischen Instituts”. Es wurde als vierter Laborbau am 3. Januar 1898 in der Linnéstraße 2  eingeweiht. Es war das erste Laboratorium in der Welt, bei dessen Ausstattung und bei den räumlichen Planungen die spezifischen Belange der neuen Wissenschaft Beachtung fanden.

 

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig