23. Februar 1899 | Erich Kästner geboren

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“OBWOHL ICH SELBER VERSE MACHE, SIND MIR VIELE LYRIKER NOCH UNSYMPATHISCHER ALS ALLE TENÖRE…”


Erich Kästner wird am 23. Februar 1899 in Dresden geboren. Es folgt eine Ausbildung zum Volksschullehrer am Fletcherschen Lehrerseminar Dresden. Er studiert 1919 bis 1925 in Leipzig Germanistik, Geschichte, Theater- und Zeitungswissenschaften. Das Studium schließt er 1925 mit der Promotion zum Dr. phil. mit seiner Abhandlung über „Die Erwiderungen auf Friedrichs des Großen Schrift ‚De la Littérature Allemande’“ ab.

Promotion | Erich Kästner, 5. Juli 1925. Universitätsarchiv Leipzig. Alle Rechte vorbehalten.
Überleben mit Gelegenheitsjobs

Mit Gelegenheitsjobs schlug sich in der Zeit der Inflation der Autor von “Emil und die Detektive”, “Pünktchen und Anton”, “Das fliegende Klassenzimmer”, der “Leipziger Studentengedichte”… durchs Leben. Anfang 1923 erscheinen jedoch die ersten Texte eines gänzlich unbekannten Autors im »Leipziger Tageblatt” und in der »Neuen Leipziger Zeitung«. Aufmerksame Leser werden sofort hellhörig: Hier ist ein ganz eigener Ton, wie man ihn so noch nie vernommen hat. Er schreibt Gedichte, Erzählungen, Theater- und Buchrezensionen, Aphorismen, politische Glossen und Leitartikel. Gelegenheitsjobs waren:  Adressenschreiben beim Leipziger Messeamt und Hilfsbuchhalter bei der Städtischen Baugesellschaft. Nebenbei studierte er, dichtete und versuchte, seine ersten Texte zu veröffentlichen. Und damit schuf er sich den Grundstein für eine sichere Finanzierung des Studiums und seine Karriere als Journalist und Schriftsteller.

 

Erich Kästner: “Obwohl ich selber Verse mache, sind mir viele Lyriker noch unsympathischer als alle Tenöre…”

“Sie sind wahrscheinlich nicht so notwendig wie die Bäcker und die Zahnärzte; aber nur, weil Magenknurren und Zahnreißen deutlicher Abhilfe fordern als nichtkörperliche Verstimmungen. Trotzdem dürften Gebrauchspoeten ein bißchen froh sein: sie rangieren unmittelbar nach den Handwerkern. ”

Aus: Die literarische Welt 13,14 /1929.

“Sehr bald konnte ich mir für das monatliche Stipendium knapp eine Schachtel Zigaretten kaufen. Ich wurde Werkstudent, das heißt, ich arbeitete in einem Büro, bekam als Lohn am Ende der Woche eine ganze Aktenmappe voll Geld und mußte rennen, wenn ich mir dafür was zu essen kaufen wollte. An der Straßenecke war mein Geld schon weniger wert als eben noch an der Kasse. Es gab Milliarden – ja sogar Billionenscheine…. Das war 1923. Studiert wurde nachts.”

(Aus: Die chinesische Mauer in: Der tägliche Kram, S.65)

 

Universitätsarchiv Leipzig 2017.

 


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