12.05.1849 Gründung des Arion

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Das Arionenhaus in der Elsterstraße 35.  um 1911, für 140.000 Mark., am 14. und 15. Oktober 1911 wurde das Haus feierlich eingeweiht. Universitätsarchiv Leipzig.

 

 

“Die Gesellschaft soll zur Erweckung der Gemütlichkeit und Geselligkeit sich vorzüglich mit Gesang beschäftigen.“
Am 12. Mai 1849 gründete sich mit der ersten gemeinsamen Gesangsprobe an der Thomasschule in Leipzig der Gesangsverein Arion mit den rot-grün-goldenen Vereinsfarben. Als die ersten Schüler 1852 an die Universität wechselten, gründete sich der studentische Ableger des Arion, der unter „Akademischer Gesangverein Arion“ firmierte. Nicht-Thomaner hatten laut Satzung ab 1953 Zugang.  Auf dem Programm standen die Sonnabendsmotetten der Thomaner in der Thomaskirche und die Ferienvertretung. Der Arion entwickelte sich im Laufe der Zeit wie viele andere Vereine zur studentischen Korporation. Dazu gehörten im Jahre 1853 die Einführung von Kneipabenden, zwei Jahre später wurden Fechtwaffen eingeführt (siehe Bild), 1862 der Wahlspruch „Freiheit, Kraft und Liebe!“ begründet, 1863 die Arionen-Fahne geweiht, 1871 die rote Samtmütze, 1888 wurde die Lyra im Wappen durch einen Helm ersetzt und vieles andere mehr.   Am 22. Februar 1911 erwarb der  „Verein Arionenhaus“ das Haus in der Elstersstrasse für 140.000 Mark. Der Umbau kostete 50.000 Mark, die Ausstattung 15.000 Mark, es erfolgte ein Saalanbau von „228 qm … mit 392 Sitzplätzen“, der „dem Sängersaal der Wartburg nachgebildet“ wurde. Es gab eine Bühne, Glasmalerei und ein Erker,  unter dem Saal eine Stube mit Kegelbahn. Im Haus befand sich ein großes Kneip-, Renaissance- und Billardzimmer, im ersten Stock das Ehrenrats- und Altherrenzimmer, Räume für den „Erstchargierten“, darüber die „Ökonomenwohnung“ des Faxen und „sechs luftige Studentenbuden“. 

 

Gruppenaufnahme der Deutschen Sängerschaft Arion, 1913/14. Universitätsarchiv Leipzig. UAL FS N02640
Gruppenaufnahme der Deutschen Sängerschaft Arion, 1913/14. Universitätsarchiv Leipzig. UAL FS N02640

 

Die personalstarken Sängervereine – St. Pauli und der am 12.05.1849 gegründete Arion – bestanden hauptsächlich aus evangelischen Theologen. Einige ausgewählte Arionen: der Theologe Caspar René Gregory (1846–1917), Ehrenmitglied Edvard Grieg (1843–1907) und Gewandhauskapellmeister Carl Reinecke (1824–1910).

Literatur:

  • Sängerschaft Arion zu Leipzig 1849- 1929. Rudolf Falk.
  • Arion. Zeitschrift für die Sängerschaft Arion zu Leipzig
  • Geschichte der Sängerschaft Arion, 1909 – 1924, Johannes Hohlfeld, Leipzig, 1924.
  • Harald Lönnecker: Johannes Hohlfeld (1888–1950) Deutscher Sänger, Genealoge und Politiker. Koblenz 2000.

Chronik der Universität Leipzig.

 

 

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig
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