Martin Gildemeister

Der Physiologe Martin Gildemeister zur Zeit des Ersten Weltkrieges
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Familie Gildemeister, Privatarchiv, Universitätsarchiv Leipzig.

Martin Gildemeister

 

Martin Gildemeister wirkte fast 20 Jahre als Ordinarius für Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Das Ordinariat für Physiologie gehört zu den traditionsreichsten Leipziger Professuren. Er wurde am 21.02.1876 als Sohn eines Gutsbesitzers in Wangerin/Westpreußen geboren und studierte Naturwissenschaften und Medizin in Würzburg, Berlin und München. 1898 promovierte er in Berlin. Im Jahr darauf erhielt er seine erste Stelle als Assistenzarzt am Physiologischen Universitätsinstitut in Königsberg, wo er 1904 habilitierte. 1907 wurde er zum Privatdozenten und 1910 zum Titularprofessor in Straßburg ernannt. 1917 übernahm er als außerordentlicher Professor die Physikalische und Sinnesphysiologische Abteilung am Physiologischen Institut der Charité in Berlin.

1924 erhielt Martin Gildemeister den Ruf als ordentlicher Professor für Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Zeitgleich wirkte er bis 1943 als Direktor des Physiologischen Instituts der Medizinischen Fakultät. 1931/1932 war er Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. In den Jahren 1925 bis  zu seinem Tode 1943 war Martin Gildemeister Ordentliches Mitglied der Mathematisch-Physikalischen Klasse der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Während der Zeit des Nationalsozialismus begann auch an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig die Verdrängung jüdischer Ärzte, Zahnärzte und Studenten. Martin Gildemeister setzte sich intensiv für den jüdischen Studenten, späteren Nobelpreisträger und Ehrenpromotionsträger Bernard Katz (1911-2003) ein, der 1934 seine Promotion erfolgreich abschließen konnte. Martin Gildemeister starb am 13.10.1943 in Leipzig.

Ansprechpartnerin für den Nachlass Martin Gildemeister (UAL, PA 1359; UAL, PA-SG 150) ist Frau Rebner. Für Ihre Fragen steht das Universitätsarchiv Leipzig gerne zur Verfügung.