Armin Kühne – Fotoarchiv zur Friedlichen Revolution im Universitätsarchiv Leipzig

Die rund 2,5 Millionen Fotografien von Armin Kühne begleiten das gesellschaftliche Leben in Leipzig über einen Zeitraum von gut viereinhalb Jahrzehnten. Politische Ereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen verknüpfen sich mit dem Alltagsleben in einer Großstadt: die Bilder dokumentieren nicht zuletzt architektonischen Stillstand und Wandel über zwei Generationen hinweg.

Kühne hat seit der Mitte der 1960er Jahre fast täglich in Leipzig fotografiert und dabei Ereignisse in der Stadt, das Alltagsleben sowie bauliche Veränderungen chronikalisch im Bild festgehalten. Seit 1979 als professioneller Bildreporter unterwegs, führte ihn seine Tätigkeit für Betriebszeitungen („Baurundschau“, „Montanindustrie“) in zahlreiche Großbetriebe der DDR. Es entstanden Aufnahmen, die heute einmalige Dokumente der Wirtschaftsgeschichte darstellen. Neben politischen Großveranstaltungen oder der üblichen DDR-Propagandasymbolik in zahlreichen Wirtschaftseinrichtungen halten seine ungeschönten Aufnahmen vor allem die desaströsen Bedingungen in der betrieblichen Arbeitswelt der Ostdeutschen im Bild fest.

Seine Position als freier Mitarbeiter, zwar tätig für die damalige Leipziger Volkszeitung als Presseorgan der SED, zugleich aber auch als Fotograf für andere Zeitungen und Zeitschriften, gab ihm die Freiheit, auch das zu fotografieren, was in der DDR ohne Chance auf Veröffentlichung blieb. So begann Kühne in den frühen 1980er Jahren, den baulichen Substanzverlust in Leipzig abzubilden: bröckelnde Gründerzeitfassaden, vermauerte Eingänge und architektonische Details, die dem Verfall preisgegeben waren. Nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch von 1989/90 und den darauf folgenden rasanten Veränderungen im Stadtbild sind diese Aufnahmen zu einem einzigartigen Zeitzeugnis geworden.

Natürlich war der Pressefotograf Armin Kühne im Herbst 1989 aktiv auf den Leipziger Straßen bei den Montagsdemonstrationen unterwegs und selbstverständlich begleitete er zahlreiche Veranstaltungen der Friedlichen Revolution und des politischen Wandels in Leipzig wiederum als Bildchronist.

Seit 1996 bis etwa 2006 fotografierte Kühne regelmäßig für die Pressestelle der Universität Leipzig, auf diese Weise hielt er eine Phase struktureller Umbrüche und umfangreicher baulicher Veränderungen von Universitätsgebäuden sowie zahlreiche wissenschaftliche Veranstaltungen im Bild fest. Damit liegt in der Fotosammlung zugleich ein erheblicher wissenschaftshistorischer Wert.

 

Universitätsarchiv Leipzig.

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