Zum 100. Geburtstag Werner Heisenbergs - 1901-1976
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Heisenbergs Gespräch mit Bohr 1941

Kunst
Spektakuläres Theater:

Kopenhagen.
Stück in 2 Akten von Michael Frayn

Im September 1941 fährt der deutsche Wissenschaftler Heisenberg nach Kopenhagen zu seinem Lehrer und Freund, dem dänischen Atomphysiker Niels Bohr, mit dem er 1927 die moderne Quantentheorie begründet hatte. Enge freundschaftliche Beziehungen verbanden die Kollegen, bis Hitler Polen überfiel. Inzwischen war auch Dänemark von den Nazis besetzt worden. Was hat Heisenberg in dieser Situation bei Bohr zu suchen? Warum ist er gekommen?

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Vom Frieden zum Krieg: Kernphysik und Kernenergie

 
<Die Geschichte wird festhalten..., daß die Deutschen eine funktionsfähige Uranmaschine herstellten> (C.F.v.Weizsäcker, 8.Aug.1945)
   


In den dreißiger Jahren setzte Heisenberg die Bemühungen um die relativistische Quantenfeldtheorie, u.a. mit Pauli und Viktor Weisskopf, und die Beschreibung der hochenergetischen Elementarteilchenprozesse in der kosmischen Strahlung, etwa der "Mesonen" - z.T. im brieflichen Austausch mit dem Japaner Hideki Yukawa - fort. Daneben gründete er in Leipzig eine internationale Schule der Kernphysik, die erst der 2.Weltkrieg auseinandertrieb.


Laborapparaturen im Labor von Robert Döpel.


Laborapparaturen im Labor von Robert Döpel.

Die Entdeckung der Uranspaltung durch Otto Hahn und Fritz Straßmann Ende 1938 in Berlin und die daraus folgende Erkenntnis, Energie in großtechnischem Maßstabe aus Atomkernen gewinnen zu können, führte nach Kriegsausbruch im September 1939 zu einem Projekt des deutschen Heereswaffenamtes (HWA). Heisenberg wurde dazu zum Kriegsdienst eingezogen: er arbeitete die Theorie einer "Uranmaschine" aus und veranlaßte in Leipzig vorbereitende Experimente mit dem Experimentalphysiker Robert Döpel und dessen Frau Klara, die 1941/1942 die Möglichkeit eines Reaktors mit Natururan und Schwerem Wasser bewiesen.


Mitte 1942 übergab das HWA das Uranprojekt in zivile Hände. Heisenberg wurde nach Berlin berufen als Direktor am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik in Berlin, das die Großversuche weiterführen sollte - daneben als Ordinarius an die Universität. Anfang 1945 fand im süddeutschen Haigerloch der letzte Großversuch des Uranprojektes statt, in dem Heisenberg und seinen Mitarbeitern nahezu der Durchbruch zum Reaktor gelang.

Trotz der Kriegsarbeiten erhielt Heisenberg die Erlaubnis zu mehreren Besuchen im benachbarten Ausland, von denen die Kopenhagener Visite im September 1941 zu wilden Spekulationen Anlaß gab. Er benützte sie ganz wesentlich, um den wissenschaftlichen und persönlichen Austausch mit Kollegen und Freunden in Ungarn, der Schweiz, Holland und Dänemark aufrecht zu erhalten.

Kurz vor Kriegsende geriet Heisenberg mit neun weiteren führenden deutschen Atomforschern in alliierte Kriegsgefangenschaft, wo sie am 6.August 1945 im britischen Farm Hall von der Vernichtung der japanischen Stadt Hiroshima durch die amerikanisch-britische Atombombe erfuhren.

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Leipziger Schule der Kernphysik
Uranverein - letzte Leipziger Erfolge
Kaiser Wilhelm Institut, Berlin 1942
Von Haigerloch nach Farm Hall
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Werner Heisenberg. Zeichnung von Wilhelm Schleicher, 1942.

Werner Heisenberg. Zeichnung von Wilhelm Schleicher, 1942.



Prof. Gerhard Hoffmann im Physik-Praktikum 1941/42 (Experimentalphysik).


Prof. Gerhard Hoffmann im Physik-Praktikum 1941/42 (Experimentalphysik).









Literaturtipps
Zur Geschichte des deutschen Atomprogramms während der Zeit des Nationalsozialismus

Mark Walker: Die Uranmaschine : Mythos und Wirklichkeit der deutschen Atombombe. Berlin: Siedler, 1990.

Mark Walker: Nazi Science : myth, truth, and the German atomic bomb. New York: Plenum, 1995.

Thomas Powers: Heisenbergs Krieg : die Geheimgeschichte der deutschen Atombombe. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1993.







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