Die Doktorbücher der Universität Leipzig | 60.000 Promotionen seit 1810


Ebenso wie die Statuten- und Matrikelbücher zählen die Promotionsbücher der Universitäten zu den Geburtsurkunden der Hochschulautonomie. Die Doktorbücher dienten zunächst als authentischer Nachweis für die besondere Rechtsstellung der Akademiker in einer ständisch geordneten Gesellschaft. Innerhalb der Universitäten wiederum bildeten die akademischen Grade ein konstituierendes Element der Hochschulverfassung. Erst die über ein kompliziertes System zu durchlaufenden Verhaltens-, Prüfungs- und Eidesanforderungen erzeugten ein akademisches Gemeinschaftswesen. Für den genossenschaftlichen Charakter der Hochschulen erwuchs daraus ein verbindendes Element, das auch die einzelnen Korporation (Fakultäten, Nationen und Kollegien) miteinander verknüpfte und zugleich für eine wissenschaftliche Auslese sorgte.


An den sich verändernden Eintragungen in den Promotionsbüchern sind gesellschaftliche Umbrüche ebenso ablesbar wie der Wandel der Hochschulen zu Staatsanstalten und die Veränderungen der Wissenschaftsdisziplinen. [ Promotionsbücher als historische Quellen (pdf)]

Deutlich wird auch, wie der moderne Staat des 20. Jahrhunderts die akademischen Grade in ein staatliches Titularsystem überführt und ihre elitären Träger zur besonderen politischen Loyalität zu verpflichten sucht. Besondern unter politischen Voraussetzungen hat sich die Fakultätsstruktur der Universität Leipzig im letzten Jahrhundert mehrfach geändert. [Fakultätstruktur]. Heute werden Promotionsverzeichnisse meist in elektronischer Form geführt, doch ungeachtet dieser zeitgemäßen Buchführung bleiben die wissenschaftlichen Graduierungen ein prägendes Element der scientific community.


 

Historische Datensammlungen zur Universitätsgeschichte

Die Goldenen Doktorjubiläen für das aktuelle Kalenderjahr
 Die Goldenen Doktorjubiläen für das kommende Kalenderjahr
 Akademische Ehrentitel
Promotionen aller Fakultäten von 1810 bis 1991
 Promotionen aller Fakultäten von 1992 bis zur Gegenwart
Aberkennungen akademischer Grade im Nationalsozialismus, Leipzig: 1937 bis 1944

Universitätsarchiv Leipzig 2017.