Personen | Online-Datenbanken des Universitätsarchivs Leipzig

Leipzig war und ist seit 1409 eine der studentenfreundlichsten Universitäten. Die berühmtesten Absolventen Leipzigs haben stets nicht nur in ihren eigentlichen Wissenschaften renommiert, sie prägten und prägen über das wissenschaftliche Umfeld hinaus: der Jurastudent Johann Wolfgang Goethe wurde als Schriftsteller („Mein Leipzig lob ich mir!“, Zitat aus der Studentenszene in Auerbachs Keller) bekannt, der Philologe Friedrich Nietzsche formte die geistige Grundhaltung ganzer Generationen und die Physikerin Angela Merkel ist als Bundeskanzlerin politisch für das Schicksal unseres Landes verantwortlich. Akademische Würdigungen in Form von Ehrendoktoraten und Ehrentiteln zeigen die Verknüpfung der besten internationalen Forscher mit dem Leipziger Wissenschaftsbetrieb – und das schon seit 1805! Sie finden in unseren Beständen zahlreiche Informationen zu Absolventen und Lehrende der Alma mater Lipsiensis:

Personen | Online-Datenbanken des Universitätsarchivs Leipzig [Auswahl]


 

Rektorendatenbank

Im Dezember 1409 wählten die im Leipziger Thomaskloster versammelten Magister und Doktoren erstmals aus ihrer Mitte heraus ein Oberhaupt der Universität.  Für ein Semester gewählt, hatte der rector magnificus den Universitätsschatz zu hüten, Streitigkeiten zu schlichten und Recht zu sprechen, neue Studenten wie Lehrkräfte auf die Satzungen der Universität zu verpflichten sowie die akademische Korporation in allen Rechtsgeschäften zu vertreten. Nicht jeder Amtsinhaber war über eine Wahl und die damit verbundene Verantwortung froh, so galt die Regel das Amt binnen 14 Tagen nach der Wahl anzutreten – oder Strafe zu zahlen.  Im 15. Jahrhundert gab es auch einige Studenten, die zum Rektor gewählt wurden, da sie aus fürstlichen Familien stammten und etwas Glanz und gelegentlich zusätzliches Geld in die Universität brachten.  Der Verantwortungsbereich und die Ausgestaltung des Rektoramtes wurde im Laufe der Jahrhunderte erheblichen Wandlungen unterworfen, seit 1409 geblieben ist die Amtsbezeichnung als rector magnificus, die auch der ersten Rektorin der Universität Leipzig, Frau Professorin Beate Schücking, gebührt. Der Titel eines rector magnificentissimus wird dagegen heute nicht mehr geführt. Als Schirmherr der Universität erhielt der jeweils amtierende sächsische König seit 1875 diesen Titel ehrenhalber angeboten.

Rektoren der Universität

 

 

 

 

Zeitzeugeninterviews

Zeitzeugenarchiv: Videointerviews mit Zeitzeugen

 

 

Schlaglichter der Leipziger Universitätsgeschichte

Oft sind es nicht die großen Entwicklungen in der Vergangenheit, die uns zu Herzen gehen und im Gedächtnis haften bleiben. Vielmehr berührt uns immer wieder das Menschliche, oft auch das Nebensächliche der Geschichte. Kleine Geschichten und Episoden lassen in unseren Köpfen eine individuelle Erkenntnis von längst vergangenen Zeiten und Personen reifen, die ein lebendiges Bild der Vorzeit zeichnet. An Episoden und menschlichen Erzählsträngen mangelt es in einem Archiv nie, natürlich steckt auch das Universitätsarchiv voller solcher Geschichten. Im Grunde, erzählt jedes der rund 2000 Blätter in einem Archivkarton – in unseren Magazinen liegen mehr als 70.000 solcher Archivkartons – diese Art von Geschichten. Aus der gigantischen Masse dieser 140.000.000 Bruchstücke der Vergangenheit lassen sich unendlich viele Episoden rekonstruieren.

Einige Schlaglichter finden Sie auf diesen Seiten – denn nur aus einer Vielzahl von Geschichten wird Geschichte.

Geschichten aus der Leipziger Universitätsgeschichte

 

 

Lebensberichte

Mit der Universität Leipzig verknüpfen sich viele Lebenswege. Einige dieser erzählten Lebensberichte und Schicksalswege dürfen wir an dieser Stelle vorstellen. Für Hinweise auf weitere Berichte sind wir dankbar.

Lebensberichte

 

 

 

Amerikanische Studenten

Für die Anziehungskraft und Ausstrahlung der alma mater lipsiensis spricht der Lebensweg von Caspar Rene Gregory. Der junge Theologiestudent kam 1873 aus den USA nach Deutschland, um seine Studien bei Konstantin von Tischendorf fortzusetzen. Als sein Leipziger Lehrer früh verstarb, blieb er in Leipzig und führte später dessen Arbeiten aus seinem Nachlaß weiter fort. In Fortsetzung der bereits 1864-1872 gedruckten Bände von Tischendorf gab er einen dritten Band „Prolegomena“ zu den handschriftlichen Quellen des Neuen Testaments heraus. Zugleich suchte Gregory die Nähe des theologischen Dreigestirns um Luthardt und engagierte sich für die Ideen von Friedrich Naumann (1860-1919), zu dessen Evangelisch-sozialem Kongreß er sich als eifriger Anhänger bekannte. An der Universität Leipzig übernahm Gregory im Jahre 1887 nach seiner Habilitation die Leitung der kirchlich-archäologischen Sammlung und wirkte als außerordentlicher und schließlich als Honorarprofessor (1891) für neutestamentliche Textkunde. Darüber hinaus war Gregory in Leipzig, nicht nur an der Universität, als volkstümlich und menschenfreundlich bekannt. Noch als 67jähriger Kriegsfreiwilliger meldete er sich 1914 aus Pflichtbewußtsein für den Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg.
Im Schützengraben schwer verwundet, starb er in einem Lazarett an der Westfront im Jahre 1917.

Mit seinem Tod und dem Kriegseintritt der USA endete eine fast hundertjährige Wissenschaftsbeziehung zwischen Leipzig und Amerika.

Amerikanische Studenten in Leipzig 1818 bis 1909

 

 

Die Universität Leipzig führte gewissenhaft Buch über die gefallenen Studenten. Noch im Krieg legte die Universitätsverwaltung eine spezielle Karteikartensammlung an, die militärbiographische Angaben enthält.

Für die im Kriege getöteten Hochschulangehörigen wurde 1923 im Augusteum ein Kriegerdenkmal errichtet.

Im Ersten Weltkrieg gefallene Studenten

 

Historische Studentenstatistik

Historische Studentenstatistik

 

 

IMMATRIKULATIONEN AN DER UNIVERSITÄT LEIPZIG UND AKADEMISCHE GRADUIERUNGEN DER PHILOSOPHISCHEN FAKULTÄT, VON 1409 BIS 1809

Die Zählungen erfolgten nach dem Kalenderjahr. Die angegebenen Promotionszahlen wurden folgendermaßen ermittelt: für die Juristenfakultät wurden die Einträge im Doktorbuch ausgezählt und ergänzt um eine in der Fakultät geführte Kartei; für die Philosophische Fakultät wurde ebenfalls das Promotionsbuch ausgezählt, seit 1920 wurden drei separate Doktorbücher geführt: die geisteswissenschaftliche Abteilung führte das alte Procancellariatsbuch weiter, die mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung führte ein neues, eigenes Doktorbuch und ein drittes Doktorbuch wurde ausschließlich für Promotionen in den Staatswissenschaften (Dr. rer. pol.) angelegt; für die Medizinische Fakultät wurden für 1810-1857 die erworbenen Lizentiate, von 1859-1865 die Protokolle über das Examen rigorosum und das ab 1866 angelegte Doktorbuch ausgewertet; für die veterinär-medizinischen Promotionen wurde das an der Medizinischen Fakultät seit 1907 separat geführte Doktorbuch ausgewertet, die Veterinärmedizinische Fakultät wurde erst 1923 gegründet – führte jedoch dieses Doktorbuch einfach weiter; für die Theologische Fakultät liegen keine Promotionsbücher mehr vor, daher handelt es sich bei den Angaben zu den theologischen Promotionen nur um ungefähre Näherungen.

IMMATRIKULATIONEN UND PROMOTIONEN AN DER UNIVERSITÄT LEIPZIG, VON 1810 BIS 1930

 

Immatrikulationen und Promotionen an der Universität Leipzig zwischen 1930 und 1950

Da die Matrikelbücher der Universität Leipzig leider im Jahr 1932 enden, sind für die folgenden Jahre keine sicheren Zahlen über die Immatrikulationen zu erhalten. Ab dem Wintersemester 1932/33 werden aber so genannte „Sollbücher“ als Personalverzeichnisse geführt, in denen in alphabetischer Reihung die Namen aller eingeschriebenen Studenten enthalten sind. Zunächst werden nur die Neu-Immatrikulierten in diesen Büchern geführt, ab dem Sommersemester 1936 werden alle eingeschriebenen Studenten darin verzeichnet. Aus diesen Sollbüchern lassen sich wiederum Statistiken über die Anzahl der Studenten ableiten. Dabei wurden jeweils Winter- und Sommersemester zu einem statistischen „Kalender-Jahr“ zusammengezogen und aus den unterschiedlichen Frequenzzahlen ein Mittelwert gebildet.

Erst seit 1938 wurde in der Philosophischen Fakultät (in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung) der Titel eines Dr. rer. nat. vergeben, es existierte bereits seit 1920 ein gesondertes Promotionsverzeichnis. Dagegen wurden die wenigen agrarwissenschaftlichen Promotionen, die zum Dr. agr. führten, nicht gesondert verzeichnet, sie werden hier unter den Zahlen für den Dr. phil. mit abgehandelt.

Studentenstatistik – Promotionen 1930-1950

 

Leipziger Alumni

In unserer Datenbank befinden sich derzeit 345 Datensätze von überregional bedeutsamen Absolventen der Universität Leipzig.

Leipziger Alumni

 

 

ABERKENNUNGEN AKADEMISCHER GRADE IM NATIONALSOZIALISMUS, LEIPZIG: 1937 BIS 1944

Von der Universität Leipzig wurden in den Jahren seit 1937 bis 1944 aus politischen oder ideologischen Gründen akademische Grade nachträglich entzogen. Als Grundlage dafür diente das “Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14.07.1933″, mit dem man den Emigranten die Aberkennung ihrer deutschen Staatsbürgerschaft androhte. Dies hatte auch Auswirkungen auf das Handeln der Universität.

 Aberkennung des Doktortitel

 

Doktorbücher | Nachweis akademischer Grade

Ebenso wie die Statuten- und Matrikelbücher zählen die Promotionsbücher der Universitäten zu den Geburtsurkunden der Hochschulautonomie. Die Doktorbücher dienten zunächst als authentischer Nachweis für die besondere Rechtsstellung der Akademiker in einer ständisch geordneten Gesellschaft. Innerhalb der Universitäten wiederum bildeten die akademischen Grade ein konstituierendes Element der Hochschulverfassung. Erst die über ein kompliziertes System zu durchlaufenden Verhaltens-, Prüfungs- und Eidesanforderungen erzeugten ein akademisches Gemeinschaftswesen. Für den genossenschaftlichen Charakter der Hochschulen erwuchs daraus ein verbindendes Element, das auch die einzelnen Korporation (Fakultäten, Nationen und Kollegien) miteinander verknüpfte und zugleich für eine wissenschaftliche Auslese sorgte.

Die Doktorbücher der Universität Leipzig, 60.000 Promotionen seit 1810

 

Ehrendoktortitel der Universität Leipzig

In unserer Datenbank befinden sich derzeit 647 Datensätze von Personen, die einen Ehrendoktortitel der Universität Leipzig erhalten haben. Diese Liste berücksichtigt nur solche Verfahren, deren schriftlicher Nachweis sich bereits im Universitätsarchiv Leipzig befindet.

Ehrendoktortitel der Universität Leipzig

 

Japaner in Leipzig

Was bewegte sie dazu und warum besuchten sie gerade die Universität Leipzig? Japan versuchte mit den Meiji-Reformen (ab 1868) einen gewaltigen Sprung von der feudalen Gesellschaft in die Moderne. Dazu war es dringend notwendig, den technologischen und gesellschaftlichen Anschluss an die europäischen Staaten herzustellen. Etwa 1700 Japaner, darunter nur eine einzige Frau,besuchten zwischen 1870 und 1914 Deutschland, einen wirtschaftlich und politisch als besonders fortschrittlich geltenden Staat.

Japaner in Leipzig

 

Karzerstrafen

Karzerstrafen


 

 


 

Professorenportraits

In der Geschichte der Leipziger Universität ist es in den letzten Jahrhunderten zu einer schönen Sitte geworden, die Rektoren, Dekane und Professoren zu porträtieren. Anlässlich der Jubiläumsfeiern von 1809 und 1909 entstanden würdevolle Gemälde und Stiche. Vor gut einhundert Jahren wurden auch die damals neue Medien, die Kinematographie und die Fotographie, für die Feierlichkeiten eingesetzt. Erstmals im Jahre 1909 versuchte man auch eine Gesamtdarstellung des Lehrkörpers und der Studenten, die sächsische Porträtgalerie der Professoren, Ärzte und Studenten an der Universität Leipzig, von der heute nur noch wenige Exemplare überliefert sind. Derartige Fotosammlungen sind danach wieder im Jahre 1977, schließlich 1990 und zuletzt 1999 realisiert worden. An diese Vorbilder knüpfte ein Porträtband im Jubiläumsjahr 2009 an, der mit seinen über 400 Abbildungen als Dokumentation und zur nachhaltigen Erinnerung an die aktive Professorenschaft entstand. Im Auftrage der Universitätsleitung setzt das Universitätsarchiv die Serie auch über das Jubiläumsjahr 2009 hinaus fort und erstellt durch einen professionellen Fotografen von jedem neuberufenen Professor eine Porträtaufnahme.

 Professorenportraits

 


 

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