Robert Lauterbach | Student und Professor an der Universität Leipzig

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1935, Erzgebirge

Keine Ausflugswandergruppe ist da im Erzgebirge unterwegs, um mit netten Mädchen aus Breitenbrunn einen geselligen Abend zu verbringen, wie uns das Bild suggerieren möchte. Wohl wird der Abend heiter und das Bier im Landgasthof “Hammerschänke” hervorragend gewesen sein. Das Gepäck läßt anderes als einen Privatausflug vermuten.

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Die jungen Männer gingen nicht allein zum Spaß tagelang zu Fuß über Berg und Tal. Ihr sperriges Gepäck enthielt die Ausrüstung für eine geologische Expedition, es waren Leipziger Studenten, die 1935 unter der Leitung des Professors für Geophysik Ludwig Weickmann zu einer geologischen Erkundung unterwegs waren. Das theoretische Wissen aus dem Hörsaal ergänzten sie durch praktische Anschauung im Gelände.

Unter ihnen war Robert Lauterbach, ein gebürtiger Leipziger, der Sohn eines Kapellmeisters und Absolvent der Nikolaischule.

 

FS_N00666Erst im Jahr zuvor hatte er sich für Physik und Geophysik eingeschrieben. 1938 reichte er die Promotion ein: „Geomagnetische Untersuchungen in Nordwest-Sachsen und Nordost-Thüringen“. Auf seinen Doktorvater Ludwig Weickmann machten die geophysikalischen Messungen „einen vortrefflichen Eindruck von Exaktheit und Vertrauenswürdigkeit“.

Nach dem zweiten Weltkrieg und einigen Jahren selbstständiger Tätigkeit als Geologe und Hydrologe kehrte Robert Lauterbach 1950 zurück an die Universität Leipzig, er wurde Professor und leitete das Institut für Geophysikalische Erkundung. Er machte sich um die Modernisierung der geologischen Wissenschaften verdient, vor allem um die Verbindung der Geophysik mit der Geologie. Sein praxisorientiertes Wissen war gefragt, besonders für die Erkundung von Bodenschätzen. Mit der Braunkohlenindustrie arbeitete sein Institut eng zusammen. Eine ganze Generation gut ausgebildeter Geophysiker durchlief Robert Lauterbachs Institut.

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Lauterbach im Institut

Die Hochschulreform von 1968 rüttelte in Leipzig die geowissenschaftlichen Fächer heftig durcheinander: die Universität verlor die Meteorologie nach Berlin und die Geographie nach Halle, Studenten konnten in diesen Fächern nicht mehr immatrikuliert werden. Trotzdem gelang es, innerhalb der Sektion Physik das einst von Weickmann begründete Seismologische Observatorium in Collm zu erhalten.

Hochgeschätzt und geehrt starb Robert Lauterbach 1995 in Leipzig. Die Wiedergründung der Fakultät für Physik und Geowissenschaften konnte er noch begleiten.

Zum 100. Geburtstag am 25. Februar 2015 erinnerte der Leipziger Freundeskreis Geophysik mit einem  Gedenkkolloquium an Robert Lauterbach.

Robert Lauterbach ist auf dem Leipziger Südfriedhof begraben.

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