Digitale Archivalien: Grosses Fürstenkolleg

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Bereits die landesherrliche Ordnung für die neugegründete Universität Leipzig von 1409 enthielt wichtige Bestimmungen für die beiden landesherrlichen Kollegienstiftungen. Die zwei geschenkten Häuser des Großen und des Kleinen Kollegs wurden von allen städtischen Abgaben und Pflichten sowie von der städtischen Gerichtsbarkeit befreit und nach dem Willen des Landesherrn in die Universität eigegliedert. Für den universitären Betrieb entstanden Studien-, Versammlungs-, Speise- und Wohnräume sowie Schlafkammern. Um 1500 befanden sich auf dem Gelände drei Bursen: die Sachsenburse, die Bayernburse und das im 1409 von den Wettinern dem Großen Kolleg zur Verfügung gestellte Gebäude, in dem die zwölf Kollegiaten wohnten. Hier befanden sich neben den Wohnungen für die Kollegiaten und weitere Untermieter ein Büchersaal, der der Theologischen und die Medizinische Fakultät als Hörsaal, Versammlungsraum sowie für Promotionen diente, und das Lektorium, das die Artistenfakultät als Hörsaal und für die Examina nutzte. Auch die Bursen dienten nicht nur der Unterkunft und Verköstigung ihrer Bewohner – hier fand auch akademischer Lehrbetriebe in abendlichen Wiederholungskursen statt. Die beiden Fürstenkollegien wurden nach der Universitätsreform von 1830 aufgelöst.

Bestandsdauer der Behörde: 1409 – 1830
Laufzeit der enthaltenen Archivalien: 1439 – 1839