Karl Wildhagen, sitzend hinter Schreibtisch, bei der Arbeit (Brustbild, seitlich, um die 60 Jahre alt) Universitätsarchiv Leipzig, UAL FS N 02936

Zum Geburtstag des Sprachwissenschaftlers Karl Wildhagen am 23.08.1873

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Karl Wildhagen, sitzend hinter Schreibtisch, bei der Arbeit (Brustbild, seitlich, um die 60 Jahre alt), Universitätsarchiv Leipzig, UAL FS N 02936

Der Sprachwissenschaftler Karl Wildhagen

Karl Wildhagen, Sprachwissenschaftler und renommierter Wörterbuchautor, wurde am 23.08.1873 in Hannover geboren. Nach dem Studium der Neueren Sprachen in Berlin und Göttingen 1893/1899, war Wildhagen von 1902/1904 wissenschaftlicher Assistentam englischen Seminar Professor Liebermanns an der Universität Berlin. Im Jahre erfolgte 1903 die Promotion zum Dr. phil. in Englischer Philologie an der Universität Göttingen über die in “Eadwine’s Canterbury Psalter” (Trinity College Cambridge) enthaltene altenglische Psalter-Interlinearversion. 1906/1908 war er als Oberlehrer im thüringischen Gotha tätig, hier heiratete er seine Frau Margarete, eine Kaufmannstochter, sie bekamen fünf Kinder. Als Oberlehrer war der Philologe von 1908/1910 in Dortmund und 1910/1920 in Charlottenburg tätig, er war Mitglied im Verband nationalsozialistischer Hochschullehrer.

Anglistik in Leipzig

Die Leipziger Anglistik zählt zu den traditionsreichsten innerhalb der deutschen Universitätslandschaft. Seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts  haben mit zunächst sprachpraktischen Studien Lektoren gelehrt. Erste Vertreter dieses Faches waren in Leipzig Richard Wülker (seit 1876), Max Deutschbein, Max Förster (seit 1910 bis 1925), Levin Ludwig Schücking und Walther Martin (seit 1950 bis 1967.

Karl Wildhagen erhielt den Ruf an die Universität Leipzig, ohne sich jemals habilitiert zu haben, zum 01.05.1920, bis 1925 war Wildhagen planmäßiger außerordentlicher Professor für Englische Philologie an der Philologisch-Historischen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig. Ab 1925 bis 1938 lehrte er als ordentlicher Professor für Englische Philologie an der Universität Kiel, in Kiel starb er am 07.08.1945. Im Universitätsarchiv Leipzig ist u.a. die Personalakte Karl Wildhagens unter der Signatur PA 1066 einsehbar. Ansprechpartnerin für diesen Bestand ist Frau Rebner.

Publikationen Karl Wildhagens:

  • Englisch-Deutsches, Deutsch-Englisches Wörterbuch in zwei Bänden. Enzyklopädische streng wissenschaftliche Darstellung des Wortschatzes der Neuzeit und der Gegenwart, mit besonderer Berücksichtigung der Syntax, des Stils und idiomatischen Brauches, 12 Aufl., Leipzig/Wiesbaden 1938-1963.
  • Studien zum Psalterium Romanum in England und zu seinen Glossierungen in geschichtlicher Entwicklung, Halle 1913.
  • Die treibenden Kräfte im englischen Bildungswesen, Langensalza 1923.
  • Der englische Volkscharakter. Seine natürlichen und historischen Grundlagen, Leipzig 1925.