Sechs schöne Frauenportraits, um 1900 Zulassung zum Frauenstudium im Sommersemester 1906

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Das Jahr 1906 brachte einen fundamentalen Wandel für die Universität Leipzig: Frauen konnten nun gleichberechtigt studieren.

Anfang des 20. Jahrhunderts öffnete sich das Wilhelminische Kaiserreich dem Thema „Frauenstudium” – bis dahin vergingen nahezu eintausend Semester seit der Gründung der Alma mater Lipsiensis. Das Jahr 1906 brachte einen fundamentalen Wandel für die Universität Leipzig: Frauen konnten nun gleichberechtigt studieren. In den Hörsälen waren sie aber immer noch eine Minderheit. Um für ihre Rechte zu kämpfen, gründeten die ersten Studentinnen bald eigene Verbindungen.

Die 20-jährige Martha Beerholdt schrieb am 19. April 1906 als erste Frau ihren Namen in das Matrikelbuch der Universität Leipzig. Mit  ihr studierten im Sommersemester 1906 noch 26 weitere junge Damen, darunter viele Absolventinnen der Gymnasialkurse des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins. Eine der älteren Studentinnen, die mit immerhin 43 Jahren ein Studium aufnahm, war die Witwe Katharina von Garnier. Das Immatrikulationsrecht blieb für Frauen jedoch zunächst noch ein Recht mit Einschränkungen – die Dozenten konnten den Studentinnen willkürlich die Teilnahme an Übungen und Vorlesungen verweigern.

 

Sechs schöne Frauenportraits, um 1900

Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau mit Nickelbrille, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau mit Nickelbrille, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, mit Halskrause und Hochsteckfrisur um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, mit Haarschmuck, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.
Portrait einer unbekannten Frau, um 1900.

Nur langsam stieg der Frauenanteil unter den Studierenden, von anfangs 0,65 Prozent auf knapp 5 Prozent im Jahr 1914. Wie ihre Mitstudenten organisierten sich die jungen Frauen in studentischen Verbindungen. Schon 1906 wurde der Verein immatrikulierter Studentinnen zur Förderung der Interessen von studierenden Frauen gegründet. Die Kommilitoninnen hatten mit großen Vorurteilen zu kämpfen. Der Verein immatrikulierter Studentinnen stellte im Wintersemester 1907 einen Antrag zur Aufnahme in den Allgemeinen Studentenausschuss. Dies wurde den Studentinnen nur erlaubt, wenn sie dauerhaft auf den Vorsitz verzichteten. Später gründeten sich weitere, teils konfessionelle Studentinnenverbindungen, wie die Deutsch-Christliche Vereinigung studierender Frauen (1916) und der Verein katholischer Studentinnen St. Hildegard (1925). Die Studentinnenverbindungen veranstalteten auch gemeinsame Vergnügungen, wie Wanderungen, Bierabende und Sportveranstaltungen.

[perfectpullquote align=”full” cite=”” link=”” color=”” class=”” size=””]Legitimations-Karte[/perfectpullquote]

Katharina von Garnier's Studentenausweis von 1906.
Katharina von Garnier’s Studentenausweis von 1906.

 

In vielen europäischen Ländern, darunter Russland 1860, Frankreich 1863, Schweiz 1864, England 1870, Niederlande 1875, Italien 1876, Österreich 1897, hatten Frauen nicht nur bereits studiert, sondern auch promoviert. Als 1906 in Sachsen Frauen zum Studium zugelassen wurden, hatte Marie Curie bereits ihre ordentliche Professur an der Pariser Sorbonne-Universität inne.


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Bild mit freundlicher Genehmigung von Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig

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