Siegfried Theodor Arndt – Austauschstudent in Amerika

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Studentenausweis S. T. Arndt, Universitätsarchiv Leipzig NA Arndt

Siegfried Theodor Arndt wurde am 17. März 1915 in Lindenthal bei Leipzig geboren. Als evangelisch-lutherischer Pfarrer war er von 1968 bis 1982 in der Versöhnungskirchgemeinde Leipzig-Gohlis tätig. Die Christlich-Jüdische Zusammenarbeit lag dem Pfarrer besonders am Herzen,  1971 war Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum in der DDR, 1984 erhielt er die Buber-Rosenzweig-Medaille, ab 1989 war Arndt Kuratoriumsmitglied der Ephraim-Carlebach-Stiftung. Er starb am  7. Mai 1997 in Leipzig.

Gern wäre er noch geblieben, aber es gab keine Verlängerung für das Stipendium, und so kehrte Siegfried Theodor Arndt 1937 aus Louisiana/Amerika wieder zurück nach Leipzig. Er war einer der ersten, die, finanziell gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, zwei Auslandssemester in den USA absolvieren konnten. Sein Studienfach zählte zu den modernsten Disziplinen an der Universität: er studierte Publizistik am Institut für Zeitungswissenschaft, das Karl Bücher 1916 begründet hatte.

Unter dem Professor Hans Amandus Münster war ein starker politischer Zug in die Zeitungskunde eingezogen. Arndt schrieb nach seiner Rückkehr eine Doktorarbeit über das Verhältnis der amerikanischen Presse zum Nationalsozialismus, legte, schon als Soldat, im Frühjahr 1940 seine Doktorprüfung ab – aber die Arbeit verbrannte mit dem Institutsgebäude, das Verfahren wurde nicht abgeschlossen.

Nach dem Kriegsende vollzog Arndt einen konsequenten Bruch mit seiner politischen Vergangenheit und der nationalsozialistischen Ideologie. Als Journalist wollte er nicht mehr arbeiten. Er wurde Pfarrer und machte sich die Versöhnung von Juden und Christen zur Lebensaufgabe.

Sein schriftlicher Nachlass befindet sich  im Universitätsarchiv Leipzig.