Schreiben Archivarinnen und Archivare Geschichte?

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Frisch erschienen ist im Leipziger Universitätsverlag im Rahmen der Wissenschaftsarchive 2018 der Band 6. Das Inhaltsverzeichnis zum 260 Seiten umfassenden Tagungsband ist hier (pdf) einsehbar.  Interessierte können den Band online im Leipziger Universitätsverlag bestellen.

Normen und Ethos
Schreiben Archivarinnen und Archivare Geschichte?

Mit ihrem Untertitel Schreiben Archivarinnen und Archivare die Geschichte? Hat die Wiener trinationale Archivtagung über Normen und Ethos vom 19. bis 21. April 2017 eingeladen, Überschneidungen, Interdependenzen und Gemeinsamkeiten von Archivarbeit und Geschichtsschreibung bzw. -forschung auszuloten. Diese Fragestellung liegt aus mehreren Gründen nahe: Erstens ist eine archivarische Tätigkeit ohne historische Kenntnisse undenkbar. Aus diesem Grund hat – zweitens – ein Großteil des Archivpersonals ein Geschichtsstudium absolviert und ist somit in der Lage, die Bedürfnisse des Archivs wie auch der Forschung im Blick zu haben. Drittens ist der überwiegende Teil historischer Forschung auf Archivbestände angewiesen, um valide, quellengestützte Aussagen über Vergangenheit treffen zu können.
Die Frage, ob Archivarinnen und Archivare die Geschichte schreiben, lässt sich bejahen – allerdings mit erheblichen Einschränkungen. Denn Geschichtsschreibung ist letztendlich ein komplexer Vorgang, in den verschiedene Aspekte einfließen wie in der Geschichtswissenschaft oder benachbarten Disziplinen diskutierte Theorien oder Modelle, die Bildung von Thesen, Forschungsfragen und Hypothesen oder die Entwicklung von weiterführenden Forschungsperspektiven.
Dazu kommt, dass neben Historiker auch Vertreter anderer Berufsgruppen wie Journalisten oder die Mitarbeiter von Gedenkprojekten Einfluss auf die Bildung und Verbreitung von Geschichtsbildern haben können. Politiker und Forschungsförderungsgesellschaften schaffen durch die Zuweisung von Finanzmitteln oder die Ausschreibung förderungswürdiger Themen Rahmenbedingungen für Geschichtsforschung, und vertrauenswürdige Internetplattformen dienen mit Fotografien, Videos oder Dokumenten in zunehmendem Maße der Geschichtsschreibung und -forschung.
Vor diesem Hintergrund wäre es unzulässig, der Berufsgruppe der Archivare einen Primat auf dem Gebiet der Geschichtsschreibung einzuräumen. Andererseits ist in aller Klarheit hervorzuheben, dass Archiven und ihrem Personal bei dem komplexem Vorgang von Geschichtsschreibung eine spezifische Rolle zukommt.

Band 6
Normen und Ethos
Schreiben Archivarinnen und Archivare Geschichte?
Herausgeber: Jens Blecher, Sabine Happ, Juliane Mikoletzky
290 Seiten, ISBN: 978-3-96023-188-2, >24.00 €,Leipziger Universitätsverlag

Bild mit freundlicher Genehmigung von Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig
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