Robert Schumann | 1828 als Leipziger Jurastudent zum notwendigen Übel „Brotstudium“

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„Man wird es zugeben müssen, in diesem von der Natur so stiefmütterlich behandelten Leipzig blüht die deutsche Musik, dass es sich, ohne für unbescheiden zu gelten, neben den reichsten und größten Frucht- und Blüthengärten anderer Städte sehen lassen darf. Welche Menge ausgezeichneter Kunstwerke wurde uns auch im vergangenen Winter wieder vorgeführt, wie viele bedeutende Künstler erfreuten uns mit ihrer Kunst.“

 Robert Schumann,  „Musikleben in Leipzig während des Winters 1839-40“ ; in „Neue Zeitschrift für Musik“

 

Robert Schumann, nach einem Portrait von Adolph Menzel
Robert Schumann, nach einem Portrait von Adolph Menzel

 

Robert Schumann als junger Mann
Robert Schumann als junger Mann

 

„Ach diese Theorie, diese ganze Theorie! Könnt‘ ich nur ein Genie seyn, um alle Lumpen damit todt zu machen, möchte ich sie nicht alle in eine Kanone laden u. irgend Etwas damit todtschießen!” (Tb I, 331) Oder: „Dem Zufall ist mehr aufgeschlossen als der Wissenschaft; der Theorie ist alles verhüllt, der Fantasie nichts—“ (Tb I, 364). Robert Schumann, Tagebücher.

Nur etwa 16 Jahre seines kurzen Lebens weilte Robert Schumann ( 8. Juni 1810, Zwickau – 29. Juli 1856, Endenich)  in Leipzig, zwischen März 1828 und Dezember 1844.  Am 29. März 1828 ließ er sich als Student der Rechtswissenschaft zum notwendigen Übel „Brotstudium“ an der Universität Leipzig immatrikulieren. Eine Studentenbude am Brühl im Haus Nr.454  in der ersten Etage wurde sein Studenten-Domizil.

Zum arabischen Café Coffee-Baum mit Robert Schumanns Tafelrunde und Clara Schumanns Gebursthaus am Neumarkt.
Zum arabischen Café Coffee-Baum mit Robert Schumanns Tafelrunde und Clara Schumanns Geburtshaus am Neumarkt.

 

 

Robert Schumann, mit etwa 29 Jahren.
Robert Schumann, mit etwa 29 Jahren.
Clara Schumann
Clara Schumann
Das Schumannhaus in Leipzig, um 1910
Das Schumannhaus in Leipzig, um 1910

 

Angeblich hat er nie eine Vorlesung besucht, allerdings hat Schumann bei dem bedeutenden Leipziger Philosophen Wilhelm Traugott Krug Vorlesungen über Philosophie hörte. Wesentlich grösseres Interesse galt dem Klavierunterricht bei Friedrich Wieck, dem Vater seiner Liebe Clara.  1830 gab die Mutter die Zustimmung zum Abbruch des Jura- und zur Aufnahme des Musikstudiums. Friedrich Wieck versprach, ihn in wenigen Jahren zu einem bedeutenden Pianisten auszubilden.

Roberts Schwiegervater Friedrich Wieck
„Ein musikalischer Scherz“, von Friedrich Wieck.  Roberts strenger Schwiegervater Friedrich Wieck komponierte, unterrichtete Clara und Robert.

So kam Schumann wieder nach Leipzig. Er entscheidet sich 1830 vollends für den Musikerberuf und möchte unter Friedrich Wiecks Anleitung Klaviervirtuose werden. 1834 gründete Robert Schumann mit seinem Freundeskreis den „Davidsbündlern“ – in einem der ältesten Kaffehäuser Deutschlands „Zum arabischen Café Coffee-Baum“ –  ,  die „Neue Zeitschrift für Musik“, die er bis 1844 herausgab. In den »Musikalischen Haus- und Lebensregeln« heißt es später: »Fängst du an zu componieren, so manche Alles im Kopf. Erst wenn du ein Stück ganz fertig [ausnotiert?] hast, probire es am Instrumente…«1844 erkrankt Schumann schwer. Er steckt in einer tiefen körperlichen und seelischen Krise, aus der er sich nur langsam befreien kann.  Allerdings zog er sich eine Lähmung der rechten Hand zu,- eine Überdehnung der Sehne, da er seine Fingerübungen im Übermass ausführte-, war eine Pianistenlaufbahn undenkbar. Er musste nun komponieren und als Musikschriftsteller tätig sein. An der Alma mater hat sich einer der bedeutendsten Komponisten der Romantik zwar inscribiert. Seine Prägung hat er nicht durch die Universität erfahren. Leipzig hat als Kunst-und Musikstadt Eindruck bei Robert Schumann hinterlassen.

Robert Schumann

 

 

Gedächtnisfeier für Robert Schumann in Bonn am 17. August 1873

Bild mit freundlicher Genehmigung von Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig