Publikation: Die Universitätskirche und das Paulinum

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Sprengung der Paulinerkirche am 30. Mai 1968. Bildarchiv Armin Kühne, Universitätsarchiv Leipzig.

 

Eine spannende journalistische Chronologie über den Neubau am Augustusplatz in Berichten, Kommentaren und Interviews aus den Jahren 1992 bis 2016 bieten die Texte des Leipziger Journalisten Thomas Mayer. Herausgegeben wurde der 658 Seiten umfassende Band von Dr. Jens Blecher, Direktor des Universitätsarchivs; Dank gilt der Mitarbeiterin des Universitätsarchivs Beate Rebner.  Erschienen ist das zeitgeschichtliche Dokument im Leipziger Universitätsverlag. Mit der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli im Mai 1968 wurde ein Wahrzeichen der Universität Leipzig und der Stadt willkürlich vernichtet. Mit der Friedlichen Revolution 1989/90 konnte wieder an das Schicksal der Paulinerkirche erinnert werden. Originaler Wiederaufbau wie in Dresden oder moderner Neubau – in Leipzig wurde heftig gestritten. Heute gehören das „Paulinum – Aula/Universitätskirche St. Pauli“ und das Neue Augusteum zu den herausragenden Beispielen moderner und attraktiver Architektur in Leipzig.

Wie aber kam es zu diesem Neubau der Alma Mater an so zentraler Stelle? Seit Anfang der neunziger Jahre hat Thomas Mayer als Chefreporter der Leipziger Volkszeitung die Ereignisse, die mit dem Bau verbunden waren, für die Tagespresse nahezu lückenlos in Berichten, Reportagen, Interviews und Kommentaren festgehalten. Mayers Texte dienen gleichsam als Quellensammlung, denn über mehr als zwei Jahrzehnte wurde um das Bauvorhaben gerungen. In diesem Buch werden die Ideen, Konflikte, Vereinbarungen, der oft erbittert ausgetragene Streit, aber auch der geistlich-geistige und städtebauliche Konsens sichtbar, der letztlich mit dem Entwurf des Architekten Erick van Egeraat für den Universitätsneubau am Augustusplatz gefunden werden konnte.

Wer Interesse an der Lektüre der kurzweiligen und gut recherchierten Artikel von Thomas Mayer hat, kann das Werk online bestellen. Historische Fotos aus dem Universitätsarchiv Leipzig begleiten den Band. Am Ende des Buches stehen 10 persönliche Interviews namhafter Persönlichkeiten, die den Paulinum-Bau begleiteten und eine „Bilanz und Ausblick“ versuchen, darunter Professor Dr. Günter Blobel, Medizinnobelpreisträger; Dr. Ulrich Stötzner; Alt-Rektor Professor Dr. Franz Häuser; Professor Monika Harms, Ex-Generalbundesanwältin; Professor Dr. Rüdiger Lux, ehemaliger Erster Universitätsprediger der Universität Leipzig; Dr. Jutta Kreitz, Prof. Dr. Rudolf Hiller von Gaertringen, Kustos der Universität Leipzig; Erick van Egeraat, Architekt des Paulinums – Aula/Universitätskirche St. Pauli.

Thomas Mayer war 40 Jahre lang ohne Unterbrechung bei verschiedenen Tageszeitungen tätig. Der Journalist hat das Konvolut der „gesammelten“Artikel seinem Vater Hellmut Mayer zu verdanken, der alle Artikel aus den Tageszeitungen über Jahrzehnte säuberlich mit der Schere herausschnitt und in Jahresmappen archivierte. Im Universitätsarchiv Leipzig wird die wertvolle zeitgeschichtliche Quellensammlung digitalisiert, zeitgemäß erschlossen und für die Recherche der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

  • Die Universitätskirche und das Paulinum. Von Thomas Mayer. Leipziger Universitätsverlag, Dez. 2016, 658 Seiten, ISBN 978-3-86583-930-5 Preis 29.00 €. Herausgegeben von Jens Blecher.

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