Goethe immatrikuliert sich am 19. Oktober 1765 an der Universität Leipzig als Student der Jurisprudenz

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Goethe als junger Student, um 1865 / Goethes Eintrag im Matrikelbuch der Universität Leipzig.

Matrikelbuch mit dem Eintrag Johann Wolfgang Goethes, 19. Oktober 1765. Universitätsarchiv Leipzig

Johann Wolfgang Goethe (1749 – 1832) immatrikuliert sich am 19.10.1765 als Student der Jurisprudenz an der Universität Leipzig (bis zum 28. August 1768). Er folgt mit dem Jurastudium einer Anweisung seines Vaters, Doktor der Rechte und kaiserlicher Rat in Frankfurt, besucht die Juristenfakultät sehr selten. Quartier nahm der junge Student in der „Großen Feuerkugel“ zwischen der jetzigen Universitätsstraße und dem Neumarkt, an dieser Stelle gibt es heute eine Gedenktafel. Goethe besuchte die Gellertschen Poetikvorlesungen und nimmt Unterricht bei dem Zeichenlehrer und Direktor der Leipziger Akademie Adam Friedrich Oeser. Aus Goethes Leipziger Zeit stammen poetische Dichtungen, wie  „Die Launen des Verliebten“  und der Gedichtzyklus „Anette“, in welchem er die Liebe zu Käthchen Schönkopf besingt. Berühmt sind die Spottverse auf seinen Lehrer Christian August Clodius. In Leipzig wird Goethe krank, ein Blutsturz zwingt ihn zum Studienabbruch. Am 28. August 1768 verlässt er Leipzig wieder in Richtung Frankfurt.

Johann Wolfgang Goethe. Exlibris von Goethe für Käthe Schönkopf.

 

Goethes überlebensgrosse Büste zur Feier seiner Immatrikulation

Die Kolosaalbüste von Johann Wolfgang Goethe in der Wandelhalle der Universität, um 1915.

 

Die überlebensgroßen Büsten aus Marmor, die an antike Gelehrtenporträts erinnern, stehen heute im Neuen Augusteum der Universität Leipzig. Sie stellen drei der berühmtesten Studenten der Universität Leipzig dar: Gotthold Ephraim Lessing (Studium in Leipzig 1746 bis 1748), Gottfried Wilhelm Leibniz (1661 bis 1663) und Johann Wolfgang von Goethe (1765 bis 1768). Keiner von ihnen schloss sein Studium in Leipzig ab: Goethe verließ die Stadt aus gesundheitlichen Gründen, Lessing floh vor seinen Gläubigern und Leibniz wurde die Promotion versagt, da er zu jung war.

Der Leipziger Bildhauer Immanuel A. H. Knaur schuf 1865/66 die Goethebüste zum Gedenken an die Immatrikulation des Dichters vor 100 Jahren. Als Vorbild diente ihm die berühmte Porträtskulptur von Alexander Trippel aus dem Jahr 1787. Goethe selbst schrieb: „[…] ich habe nichts dagegen, dass die Idee, als hätte ich so ausgesehen, in der Welt bleibt.“ Die Bildnisse von Leibniz und Goethe waren ursprünglich in der Aula des Geutebrück’schen Augusteums aufgestellt und wurden 1899 in die Wandelhalle des Rossbach’schen Augusteums umgesetzt.

 

Goethe heute.

 

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig

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Susanne Müller
Susanne Müller

Einmal gelernt, vergisst man nie…. Klassische Schönheit, die man erst spät zu schätzen weiß…




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Arnold
Arnold

Genau so ist das! Ich kenne meine Balladen aus der Schulzeit alle noch auswendig…




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Sebastian W. M.
Sebastian W. M.

Schön dass an unseren großen Dichter erinnert wird. Klassischer Literaturkanon, Gedichte und Balladen auswendig lernen, großer Nationalschriftsteller und echtes Universalgenie, ich denke nur an die geniale Farbenlehre. Kann man nur hoffen, dass das Kulturgut bewahrt wird und nicht aller Geist verloren geht.




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