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Vertragsunterzeichnung zwischen der Karl-Marx-Universität und der Universität Santa Clara, Kuba am 14.1.1983 im Rektorat, UAL: ZFF 4016. Anwesende Personen waren Rektor der Universität Santa Clara, Rektor der KMU Prof.Rathmann, Frau Prof. Klose-Berger Pro.EA und Dr.Fuchs 1.Sek.SED.

Kubas legendärer Revolutionsführer und Staatspräsident Fidel Castro ist am 25.11.2016 mit 90 Jahren in Havanna gestorben. Die Karl-Marx-Universität hatte mit kubanischen Universitäten verschiedene Austauschprogramme vereinbart. Das Universitätsarchiv Leipzig bewahrt verschiedene Dokumente dieser sozialistischen Freundschaft auf, auch der kleine kubanische Holz-Wimpel auf dem Foto befindet sich im Magazin.

Vertragsunterzeichnung zwischen der Karl-Marx-Universität und der Universität Santa Clara, Kuba am 14.1.1983 im Rektorat, UAL: ZFF 4016. Anwesende Personen waren Rektor der Universität Santa Clara, Rektor der KMU Prof.Rathmann, Frau Prof. Klose-Berger Pro.EA und Dr.Fuchs 1.Sek.SED.

Die Situation kubanischer Studenten an den Universitäten in der DDR beleuchtet ausführlich anhand der Quellenlage u.a. in den Universitätsarchiven die Romanistin Susanne Ritschel. “Wörtliche und tätliche Übergriffe sind in den Archiven dokumentiert und nehmen ab Mitte der 1980er Jahre massiv zu. Die „rapide Verschlechterung des Klimas zwischen ausländischen und DDR-Studenten im Wohnheim“ (Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar, Dezember 1989) äußerte sich in Protesten gegen die höheren Stipendien ausländischer Studierender sowie in der Forderung nach der Unterbringung in gesonderten Wohnheimen. Der Herder-Club in Dresden wurde ab November 1989 dafür eigens in einen Verein umgewidmet, der sich mit den rasant zunehmenden Diskriminierungen im Hochschulalltag auseinandersetzte. … Während des Aufenthalts in der DDR wurde den kubanischen Studierenden eine Vielzahl von Eingliederungshilfen geboten. Beispiele sind der Betreuerstudent sowie das „Rahmenprogramm für die politisch-ideologische Arbeit mit den ausländischen Studierenden außerhalb der Lehrveranstaltungen“ von 1977 und l984. Die „Herstellung“ freundschaftlicher Beziehungen war eines der Ziele der politisch-ideologischen Arbeit mit den ausländischen Studierenden, die sowohl während des Studienalltags als auch außerhalb der Lehrveranstaltungen gepflegt werden sollten. Kubanische Studierende wurden dazu angehalten, den „real existierenden Sozialismus am Beispiel der DDR“ kennenzulernen und sich zugleich zu langfristigen „Freunden der DDR“ zu entwickeln. Innerhalb dieser Beziehungen gab es auch „Überwachungsbeziehungen“; so geht man für die 1970er Jahre an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig von einer fl ächendeckenden Überwachung ausländischer Studierender durch das Ministerium für Staatssicherheit aus (Catrain 2010). Hiervon waren lateinamerikanische Studenten keineswegs ausgeschlossen. Offizielle Liebesbeziehungen wurden im Laufe der Zeit staatlicherseits zunehmend geduldet. (Source: Cuba Journal 2014)”

 

 

Literatur:

Susanne Ritschel: Kubanische Studierende in der DDR: Ambivalentes Erinnern zwischen Zeitzeuge und Archiv.

Zwischen 1960 und 1990 wurden junge kubanische Wissenschaftskader zum Studium in die DDR delegiert, um ihrem gesellschaftlichen Auftrag nachzukommen. Ihre Ausbildung an den Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen der DDR bedeutete die Umsetzung der Prinzipien des proletarischen Internationalismus, wobei Hierarchie und Richtung des Wissenstransfers klar vorgegeben waren. Folglich personifizierten jene forjadores del futuro nach ihrer Rückkehr geradezu den sozialistischen Aufbau Kubas. In der vorliegenden Studie untersucht die Autorin anhand der Instanzen Zeitzeuge und Archiv die konkrete Umsetzung eines geplanten Kulturkontakts im Kontext von Bildungsmigration. In umfangreichen Analysen von Archivdokumenten und Transkripten wird der ambivalente Erinnerungsprozess hinsichtlich Vorbereitung, Durchführung und Nachwirkung dieses Kulturkontakts erschlossen und hinterfragt. ISBN 9783487152738, 2015

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Universitätsarchiv Leipzig. Tradition und Moderne. Seit 1409. | Universitätsarchiv Leipzig

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