Ernstthal: Ansichtskarte von Hohenstein-Ernstthal mit folgenden Bildern: 1.Ernstthaler Marktplatz um 1842 (hier links oben, 4.Haus von links Geburtshaus von Poelitz) 2. Hohensteiner Marktplatz um 1842 3. Karl May (1842-1912), Porträt um 1900, UAL FS N00920

Der Leipziger Gelehrte und Stifter Karl Heinrich Ludwig Pölitz

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Karl Heinrich Ludwig Pölitz wurde am 17. August 1772 in Ernstthal im Schönburgischen als Sohn des dortigen Predigers geboren. Er starb als beliebter, hochgeehrter akademischer Lehrer und Kulturstifter am 27. Februar 1838 in Leipzig.

Karl Heinrich Ludwig Pölitz wurde am 17. August 1772 in Ernstthal im Schönburgischen als Sohn des dortigen Predigers geboren. Er genoß durch seinen Vater eine sorgfältige Erziehung und besuchte das Lyceum in Chemnitz (1786–1791).

Carl Heinrich Ludwig Pölitz , Stich, UAL FS N00918

1791 immatrikulierte sich Pölitz an der  Universität in Leipzig und beschäftigte sich mit philosophischen, historischen und theologischen Studien. 1793 erlangte er die philosophische Magisterwürde. 1794 erfolgte die Habilitation an der Universität Leipzig. Seit 1794 war Pölitz Privatdozent der Philosophie in Leipzig, seit 1795 Professor der Moral und Geschichte an der Königlich-Sächsischen Ritter- und Militärakademie Dresden. 1803 erfolgte der Ruf auf die Professur für Natur- und Völkerrecht nach Wittenberg, 1815 der Ruf für Sächsische Geschichte und Statistik an der Philosophischen Fakultät an die Leipziger Universität; von 1820 bis 1838 war er Professor für Staatswissenschaften an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig.

Der Gelehrte gehörte zur Redaktion der 1800 gegründeten Leipziger Literaturzeitung, die sich vor allem der objektive und kritische Besprechung nationaler und internationaler Neuerscheinungen widmete. 1828 begründete er die Jahrbücher für Geschichte und Staatskunst. Der 16. März 1833 ist die Geburtsstunde der Bibliothekskommission, neben dem Staatswissenschaftler Pölitz gehörten zum Zeitpunkt ihrer Gründung renommierte Professoren verschiedener Fakultäten an.

Der unverheiratete Pölitz erhielt zahlreiche Ehrungen: 1825 die Ernennung zum Sächsischen Hofrat, 1830 zum Ritter des Sächsischen Zivil-Verdienst-Ordens und 1833 die Ernennung zum Großherzoglichen hessischen Geheimen Rat.

Grabmal von Poelitz: Grabmal von Poelitz auf Alten Johannisfriedhof Leipzig, UAL FS N00921

Prof. Dr. phil. Karl Heinrich Ludwig Pölitz starb als beliebter und hochgeehrter akademischer Lehrer am 27.Februar 1838 in Leipzig. Seine fast 30 000 Bände zählende Bibliothek stiftete er der Stadt Leipzig zur Betreuung ducrh die Stadtbibliothek. Zur Büchersammlung, die den Namen „Pölitzsche Bibliothek“ tragen sollte, kamen ca. 5300 Thaler Preußische Kurante. Vorgesehen waren Zinsen von 3800 Talern für den Bibliothekar, von 1000 Talern für den Aufwärter, 500 Taler für den Auszahler der Zinsen. Ihm zu Ehren wurde eine Denkstein auf dem Johannisfriedhof errichtet. Besucher finden in Leipzig-Gohlis die Pölitzstraße, vormals Turnerstraße, die den Namen des Gelehrten seit 1900 trägt.

 Publikationen (Auswahl)

  • Beitrag zur Kritik der Religionsphilosophie und Exegese unsers Zeitalters, Leipzig 1795.
  • Handbuch der Weltgeschichte, Leipzig 1805.
  • Die Staatswissenschaften im Lichte unserer Zeit, Leipzig 1823/1824.
  • Weltgeschichte für gebildete Leser und Studierenden, Leipzig 1824.
  • Die Regierung Friedrich Augusts, Königs von Sachsen, 2 Bde., Leipzig 1830.

Ansprechpartnerin für den Nachlaß  von Prof. Dr. phil. Karl Heinrich Ludwig Pölitz im Universitätsarchiv Leipzig ist Frau Rebner.

Bild oben: Ansichtskarte von Hohenstein-Ernstthal mit folgenden Bildern: 1. Ernstthaler Marktplatz um 1842 (hier links oben, 4. Haus von links Geburtshaus von Poelitz) 2. Hohensteiner Marktplatz um 1842 3. Karl May (1842-1912), Porträt um 1900, UAL FS N00920

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Carl Heinrich Ludwig Pölitz , Stich, UAL FS N00918 und Grabmal von Poelitz: Grabmal von Poelitz auf Alten Johannisfriedhof Leipzig, UAL FS N00921
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