Schlichte Eleganz grauer Pappe … Über unschlagbare klassische Archivkartons

Aufgestapelte klassische alterungsbeständige Archivkartons bewahren die Vergangenheit der Universität Leipzig im Universitätsarchiv Leipzig. Nach Heidelberg ist die 1409 gegründete Universität Leipzig die zweitälteste Universität Deutschlands. Tradition verpflichtet, Vergangenheit für zukünftige Generationen zu bewahren.

Besucher sehen bei Führungen durch die klimatisierten, mit Messtechnik überwachten Magazinräume des Universitätsarchivs Leipzig, graue Archivkartons. Archivkartons über Archivkartons. Geschichte ist so nicht sichtbar – aber haltbar. Ein Archiv ist kein Museum. Häufig wird gefragt, warum die Archivalien in diesen Pappkartons – im Universitätsarchiv Leipzig meist grauen Kartons – verpackt werden?

[perfectpullquote align=”full” cite=”” link=”” color=”” class=”” size=””]Archivare sind Experten auch in Sachen Verpackungen.[/perfectpullquote]

Archivare sind Experten auch in Sachen Verpackungen. Unschlagbare Verpackungsmaterialien für Archivgut sind die bewährten, lichtbeständigen, säurefreien stabilen Archivkartons, die zur äußeren Verpackung dienen. Sie sind wiederverwendbar. Magazinräume können mit diesen genormten Stapeln optimal ausgenutzt werden.  Im Innern der Archivkartons befindet sich Archivgut oft in Mappen und Aktendeckeln, die liegend gelagert werden. Die dicke Archivpappe ist Jahrzehnte haltbar, ideal geeignet für die wichtige Archivaufgabe des Archivalien- und Kulturgutschutzes. Archive sind gesetzlich verpflichtet, ihrer kulturellen, historischen und zukünftigen Verantwortung gerecht zu werden. Für das Universitätsarchiv Leipzig gilt das ARCHIVGESETZ DES FREISTAATES SACHSEN.  Archivkartons gewährleisten ganz praktisch die archivische Bestandserhaltung, Archivalien werden optimal gelagert.

Passive Konservierung im Archivkarton

Denn diese genormten Kartons erfüllen drei wichtige Aufgaben: Archivgut wird fachgerecht verwahrt, gesichert und erhalten. Archivgerechte Verpackung in stabilen Kartons schützt vor Klimaschwankungen, mechanischen Schäden, Lichteinwirkungen. Zusammen mit der Lagerung im Magazin sind  wesentliche Schutzfaktoren für die Sicherung von Archivalien insgesamt gewährleistet.

 

Archivkarton noch ungefaltet. Universitätsarchiv Leipzig.Archivkarton noch ungefaltet. Klassische Stülpschachtel, DINA4, zum Selberstecken. Universitätsarchiv Leipzig.
Befüftung...Belüftungslöcher in der dicken Pappe. Universitätsarchiv Leipzig.

Ist Archivgut richtig verpackt, bewahrt und schützt die Verpackung – auch im Falle einer Katastrophe- Archivgut. Der Transport in Kartons ist schneller, übersichtlicher, sicherer und einfacher.

Verpackungsmaterialien für die Lagerung und Verpackung von Archivalien unterliegen bestimmten Normen. Wer sich dafür interessiert, die DIN-ISO 9706 – Norm für alterungsbeständiges Papier (bis 240 g/qm) besagt, dass das Papier  säurefrei (pH-Wert 7,5-10) ist, die alkalische Pufferung mind. 2% Calciumcarbonat (CaCO3) beträgt, keine holzhaltigen Fasern (Lignin) – Kappazahl < 5 enthält und über eine neutrale Leimung mit Verzicht auf Alaun und andere schädigende Substanzen verfügt. Wichtig für Archivarbeit ist die DIN ISO 16245 – Anforderungen an die Alterungsbeständigkeit von Verpackungsmitteln für die Archivierung. Sie bestimmt eine  Kappazahl < 5, eine abriebfeste und lichtbeständige Oberflächenstruktur, keine optischen Aufheller, wasserfeste Farben, weichmacherfreie, neutrale Leimung, ausschließlich korrosionsfreie Metalle (z.B. Edelstahl), Funktionalität und Stabilität, reduzierte Wasseraufnahme / höherer Wasserwiderstand. Zwei Typen an Pappe unterscheidet Archivkartons. Die DIN ISO 16245 definiert den alterungsbeständigen Archivpappkarton DIN ISO 16245-Typ A und den weniger empfehlenswerten  DIN ISO 16245-Typ B.

 

Archivkarton noch "unberührt." Universitätsarchiv LeipzigArchivkarton noch "unberührt." Steckpfalz.. Universitätsarchiv Leipzig
Archivkarton, Stülpschachtel gesteckt. Universitätsarchiv Leipzig.

 

Natürlich unterscheiden sich die Verpackungsmedien für den jeweiligen Archivalientyp.  Amts- und Rechnungsbücher, gebundene Akten, lose Blattsammlungen, Fotoalben, einzelne Fotos und Dias, Karten und Pläne, Siegel, Münzen, Urkunden, Personalakten, Briefe, Plakate, Grafiken etc. werden unterschiedlich gelagert und verpackt. Wertvolle grosse Pergament-Urkunden werden meist einzeln gelagert und die Siegel extra geschützt. Individuelle Lösungen sind oftmals angesagt.  Grossformatige Grafiken beipielsweise werden formatabhängig – wie Karten, Pläne und Plakate – in Planschränken liegend verwahrt. Zwischen den Grafiken liegen zum Schutz der Kunstwerke säurefreie und alterungsbeständige Papiere. Sollten die Grafiken zu gross sein, werden sie in Planrollenablagen aufbewahrt. (Dazu an anderer Stelle mehr).

 

Plakatschrank im Universitätsarchiv LeipzigLagerung von Plakaten und Kunstwerken. Detail, Plakatschrank im Universitätsarchiv Leipzig

 

Die Eleganz grauer Pappe: Archivkartons ungefaltet. Universitätsarchiv Leipzig.Die Eleganz grauer Pappe: Pappstapel Stülpkartons ungesteckt.. Universitätsarchiv Leipzig.

 

Bei Ihrem nächsten Besuch im Universitätsarchiv Leipzig wissen Sie nun, was es mit diesen grauen Kartons auf sich hat. Wir freuen uns auf Sie!

Universitätsarchiv Leipzig 2017.

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