Der Geologe Carl Walter Kockel

 

1917 begann Carl Walter Kockel ( 15. September 1898 – 5. April 1966 ) sein Studium der Geologie. Kockel war der Sohn des Gerichtsmediziners Richard Kockel . Wie so viele Studenten wurde er 1917 zum Militärdienst eingezogen, er diente als Sanitätssoldat. 1920 war Kockel Mitglied des Leipziger Zeitfreiwilligenregiments.

Bis 1922 absolvierte er sein Studium der Geologie, Zoologie und Geographie an der Universität Leipzig. 1922 folgte die Promotion bei Franz Kossmat  zum Dr. phil. in Geologie an der Universität Leipzig zu „Die nordöstlichen Ostalpen zur Kreidezeit“ (UAL, Phil.Fak.Prom. 11101), 1925 die Habilitation für Geologie an der Universität Leipzig „Geologie der Hohenschwangauer Berge“. 1927 erhielt Kockel die Erweiterung der Lehrbefugnis auf Paläontologie.  In den Jahren 1931 bis 1932 war er Gastdozent an der John-Hopkins-University in Baltimore.

Bereits die ersten vornehmlich rasseideologischen Repressionen der nationalsozialistischen Regierung im Frühjahr 1933 trafen die Universitäten in Deutschland schwer. 1933 unterzeichnete Kockel – wie viele namhafte Wissenschaftler ebenso- das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler (Bibliothek 2342).  [pullquote align=“full“ cite=““ link=““ color=““ class=““ size=““]„Die Männer der deutschen Wissenschaft, die … ihr Bekenntnis zu Adolf Hitler… ablegen wollen, könnte keine Gewalt der Erde zu Worten und Taten zwingen-, die ihre Ansicht ihnen nicht gestattet. Sie sprechen heute in voller Gewissensfreiheit. Ihr adeliger Geist veranlaßt sie, den Gebildeten aller Völker zu sagen, daß sie sich in freudigem und freiem Mannesstolz zu Adolf Hitler bekennen.“ [/pullquote]

Jüdische und politisch unliebsame Kollegen wurden an den Universitäten verfolgt und gemobbt, ihr Ausscheiden erzwungen. die Gleichsschaltung des akademischen Lebens war nicht aufzuhalten. 1938 kam es zum Entzug der Lehrbefugnis nach Paragraph 18 der Reichshabilitationsordnung aufgrund der jüdischen Abstammung seiner Ehefrau.

Kockel lehrte  und forschte von 1925 bis 1930 als Privatdozent für Geologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig, von 1930 bis 1938 nichtplanmäßiger außerordentlicher Professor für Geologie und Paläontologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig. Seit 1949 war er Professor für Geologie an der Universität Marburg . Auch sein Sohn Franz Kockel wurde Geologe.

 

 

Universitätsarchiv Leipzig 2016.

 

Lambrecht, R., Politische Entlassungen in der NS-Zeit, Leipzig 2006, S.117-118.

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